Squealer-Rocks.de CD-Review
Parzivals Eye - Fragments

Genre: Progressive Rock
Review vom: 18.09.2009
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: Bereits veröffentlicht
Label: Red Farm Records



Nachdem RPWL Gitarrist Kalle Wallner bereits 2 Solo Scheiben unter dem Namen Blind Ego zum Markt getragen hat, tut es ihm sein bassender Kollege Chris Postl nun gleich. Während der Mann an der Sechssaitigen aber fast gänzlich andere Wege als bei seiner Stammcombo beschreitet, klingt das, was hier unter unter dem Namen Parzivals Eye ins Rennnen geht, schon wesentlich deutlicher nach RPWL. Kein allzu großes Wunder, schließlich sei Chris einer der Hauptsongwriter, so munkelt man immerhin im Netz und anderswo.
Fakt ist jedenfalls, dass der Mann, dessen Konterfei ungewöhnlicherweise das Cover schmückt, ein sehr komplexes, höchst harmonisches Album präsentiert.
Da lautet die Botschaft an den bayrischen Musiker von hier aus'm Pott stilecht und vor allen Dingen punktgenau: „Kack die Wand an, is' datt 'ne geile Scheibe, ey!“

Der Mainman des Parzivals Eye Projekts, der hier neben dem Viersaiter auch die Gitarre und die Keyboards bedient, sowie gelegentlich auch an den Vocals aktiv ist, entführt uns in eine Welt, die absolut faszinierend ist; in der es genügend Spannungen gibt, die dramatisch und spannend ist, deren allumfassende Atmosphäre aber dennoch aus Harmonie und dem vertonten Glück besteht.
Natürlich nicht das „Glück“, das aus zuckersüßem Kitsch besteht, und die „Love and Peace“ - Attitüde wird auch nicht überstrapaziert. Wir hören halt höchst intelligente Rockmusik, die irgendwie zum „wegschweben“ einlädt.

Postl bedient sich dabei ungeniert stilistisch bei seinen Helden: „Disguise“ bspw. Könnte Genesis - Puristen einladen, von einer „Turn it On“ - Kopie zu sprechen. Stimmt natürlich nicht; aber so ganz weit hergeholt ist es auch nicht... .
Apropos Kopie: das Cover „Chicago“, mit der faszinierenden Christina Booth am Gesang, ist so schön, dass man fast verrückt wird, selbstredend vor Glück.
Überhaupt möchte ich den Songs beinahe eine therapeutische Funktion attestieren. Das ist ein bisschen so wie Urlaub zu Hause.
Ob man ausschweifende Longtracks wie den Starter „Longings End“, mit ordentlich Pink Floyd Atmosphäre, nimmt oder etwas rockigere Nummern wie „Signs“ und „Fragments“: irgendwie geht es einem gut, wenn man das Album hört.

Deshalb gehe ich auch nicht weiter auf die prominente Gästeliste ein, die von so illustren Namen wie Alan Reed (Pallas), Ian Bairnson (Alan Parson) oder Yogi Lang (RPWL) geschmückt wird.
Name dropping hat diese Scheibe nämlich absolut nicht nötig; hier spricht die Musik für sich.
Zugreifen, ihr Proggies da draußen, zugreifen!

Tracklist
1.Longings End
2.Signs
3.Fragments
4.Face My Fear
5.Meanings
6.Skylights
7.Disguise
8.Chicago
9.Where Have Your Flowers Gone
10.Through Your Mind
11.Wide World
12.Another Day (Bonus Track)

Line Up:
Chris Postl – Vocals, Bass, Guitars, Keyboards
Christina Booth – Vocals
Alan Reed – Vocals
Ian Bairnson – Guitars
Yogi Lang – Keyboards
Hanerns Weigend – Drums
Ossi Schaller - Guitars

DISCOGRAPHY:

2009 - Fragments

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