Squealer-Rocks.de CD-Review
Hero - Immortal

Genre: Metal
Review vom: 15.08.2009
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Retroactive Records



Wenn Releases aus dem Hause Retroactive Records auf meinem Tisch landen, wird mir zunächst immer erstmal mulmig zu mute. Das liegt an der christlichen Ausrichtung des Labels und deren Bands, die nicht selten äußerst plakativ für ihren Glauben werben. Hinzu kommt noch, dass viele dieser Veröffentlichungen musikalisch einfach nicht zu überzeugen wissen. So liegt jetzt mit „Immortal“ der Band HERO um den schwedischen Gitarristen und Sänger Michael Hero also ein neues Produkt aus dem Hause Retroactive Records vor.

Erfreulicherweise hält Herr Hero sich mit einer plakativen christlichen Message (sofern vorhanden) weitgehend zurück, so dass man sich vollkommen auf die Musik von „Immortal“ konzentrieren kann. Los geht es, nach bedeutungsschwerem Keyboardintro, mit dem Titelsong, der sowohl melodisch ist, als auch schön knackig rockende Gitarren zu bieten hat. Durch das im Refrain wiederkehrende Thema des Songs, bleibt dieser im Ohr hängen und wird von einem schönen Gitarrensolo abgerundet. Guter Einstieg in die Scheibe, der schon zu Beginn deutlich macht, worum es Herrn Hero geht. Er stellt seine Gitarre in den Vordergrund, zeigt dabei aber weniger seine Fähigkeiten als Flitzefinger. Hier steht eindeutig das Riffing im Fokus. Das folgende „Blood Red Roses“ wechselt gekonnt zwischen balladesken Momenten und harten Gitarren hin und her. Das steht der Nummer eigentlich ziemlich gut und passt auch zur tiefen, immer latent melancholischen Stimme von Michael Hero, der hier und da Erinnerungen an Bands wie HIM weckt.


Dennoch liegt genau hier der Schwachpunkt von „Immortal“. HERO haben sich Mühe bei den Arrangements der Gesangslinien gegeben. Das hört man dem Album absolut an. Allein die Stimme von Michael Hero klingt beim Gros der Tracks einfach zu uninspiriert und beinahe schon gelangweilt. Das nimmt eigentlich guten Metal-Songs vom Schlag „R.I.P.“ nicht nur die Intensität, sondern auch einen eventuellen Spannungsbogen, den der Gesang an dieser Stelle aufbauen könnte. Das beste (negative) Beispiel hierfür ist „Rock The World“. Der Gesang wirkt bei dem Song einfach nur einschläfernd im Refrain und so etwas zieht den Gesamteindruck der Platte natürlich enorm nach unten. Dazu passt die Art von Michaels Gesang bei den Balladen „When November Falls“ und „Imagine This“ paradoxerweise gut ins Bild. Im Ganzen kann aber auch das musikalische Können der Musiker (Herr Hero wird von zwei VENI DOMINE-Mitgliedern unterstützt) nicht wirklich mehr etwas herausreißen.


Das hört sich jetzt katastrophal an, ist es aber nicht wirklich. Songs wie „Gasoline“ oder „Funeral Death“ sind feine Metal-Songs, die auch den oben erwähnten Widrigkeiten trotzen können. Also alles halb so wild. „Immortal“ hat zwar seine Schwächen, aber durchaus auch starke Momente, die man bei oben erwähnten Songs oder dem Highlight „Punch In The Face“ nachhören kann. Fans europäisch geprägten Metals sollten ein Ohr riskieren. Mich stört allerdings der Gesang ein wenig zu sehr. Sorry Jungs!



Tracklist:
1. Immortal
2. Blood Red Roses
3. R.I.P.
4. Punch In The Face
5. Imagine This
6. Gasoline
7. Funeral Death
8. When November Falls
9. Rock The World
10. Immortal We Are (Outro)


Line-Up:
Michael Hero – Vocals, Guitars
Dannie Boy – Drums, Vocals
Björn Sundström – Guitars, Vocals
Mauritz Vetterud – Bass, Vocals

DISCOGRAPHY:

Sorry, noch keine Discography eingestellt.

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