Squealer-Rocks.de CD-Review
Southern Voodoo - Neon Dust Baby!

Genre: Hard Rock
Review vom: 15.08.2009
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Rokarola



Willkommen zu einer aktuellen Abhandlung zum Thema Straßenbau. Als Gastdozenten des heutigen Seminars konnten SOUTHERN VOODOO gewonnen werden. Sie werden Ihnen, Liebe Leser, anschaulich darlegen, warum die Route 66 keineswegs in den Vereinigten Staaten von Amerika liegt, sondern (mehr oder weniger) quer durch Belgien verläuft. Auf ihrer „Neon Dust Baby“-Rundfahrt geleiten sie den geneigten Hörer an Orte, die man alle einmal gesehen haben muss.

So, oder ähnlich könnte ein Werbeprospekt für die aktuelle, dritte Scheibe von SOUTHERN VOODOO aussehen. Da Belgien von Nord nach Süd aber zu klein ist, um jeden der dreizehn Songs auf „Neon Dust Baby“ mit einer interessanten Stadt zu verbinden (die Belgier mögen mir verzeihen), folgt nun wieder ein ordinäres Review. Fakt ist jedenfalls, dass SOUTHERN VOODOO sich auf staubigen Straßen wähnen und auch dem Kollegen „Aqua Ardens“ schon ein oder zweimal über den Weg gelaufen sind. Der Opener „Girls On Trash“ beispielsweise bietet rotzigen Rock ´n´ Roll, der grob in der Schnittmenge der ROLLING STONES, GUNS ´N´ ROSES und skandinavischen Bands wie etwa THE HELLACOPTERS oder den BACKYARD BABIES liegt.


Damit dürfte allerdings auch schon klar sein, dass es mit der Eigenständigkeit hier nicht allzu weit her ist. Die Riffs und Hooklines hat man alle schon einmal gehört. Klar, dass SOUTHERN VOODOO das Rad nicht neu erfinden war auch nicht zu erwarten und so rockt das Album ungeachtet dessen doch recht ordentlich. Die Breaks sitzen und die immer wieder eingestreuten Ausflüge in Blues-Rock-Gefilde stehen der Band eigentlich auch gut zu Gesicht. Dies kommt am besten bei dem flotten, mit leichtem MOTÖRHEAD-Touch versehenem „Road Kill 3000“ oder „My Girl With The Drugs“ zur Geltung. Hier rotzt die Band auf den Punkt und auch die Hooklines zünden.


Womit wir auch schon beinahe am Ende der Reise wären. Unerwarteter Weise haben SOUTHERN VOODOO in Punkto griffige Hooklines und Ohrwurmrefrains leider einen platten Reifen. Die wenigsten der dreizehn Nummern auf „Neon Dust Baby“ bleiben länger als die Spielzeit des jeweiligen Liedes im Ohr. Das kommt bei einer Band aus dem Genre neben dem platten Reifen schon fast einem zusätzlich leeren Tank (auf der Belgian-Route 66 quasi) gleich. Ein Makel über den man bei einer Newcomerband noch hinwegsehen könnte, weil eben Newcomer. Da SOUTHERN VOODOO mit „Neon Dust Baby“ aber das sogenannte „Make It Or Break It“-Album, also das berüchtigte dritte Werk einer Musikgruppe, heuer auf den Markt werfen, gibt es dafür natürlich Abzüge (und für die wirklich grässliche Ballade „Concrete Angels“).


Was bleibt als Fazit nun zu sagen? SOUTHERN VOODO haben definitiv gute Ideen und vielversprechende Ansätze. Hier stechen vor allem die schnelleren Nummern heraus. Dass die meisten der Songs aber nicht im Ohr bleiben, ist doch ziemlich ärgerlich und verleidet dem Hörer den Hörgenuss. Kompletter Murks ist „Neon Dust Baby“ natürlich nicht geworden, aber im Vergleich mit Genre-Kollegen wie BOURBON FLAME ziehen SOUTHERN VOODOO jedoch den Kürzeren, denn immerhin reden wir hier über das dritte vollständige Album der Band. Da kann man mehr erwarten. Genre-Freunde dürfen natürlich reinhören, aber die Route 66 bleibt besser wo sie ist.



Tracklist:
1. Girls On Trash
2. No Revolution
3. Neon Dust Baby!
4. Show Me Your Scars
5. Road Kill 3000
6. Star Maker
7. My Girl With The Drugs
8. Kick The Wall
9. Concrete Angels
10. Favourite Pornstar
11. Silver Bullet
12. Slow Suicide
13. Subterranean High


Line-Up:
Dominique De Vos – Vocals, Guitar
Peter Minne - Guitar
Gill Debock – Bass
Stef Derijck - Drums

DISCOGRAPHY:

2001 – League Of Amazons (Demo als Motorcity Angels)
2003 – Next In Line (Demo)
2004 – Southern Voodoo (Demo)
2005 – The Love Militia
2007 – Devil’s Drive


SQUEALER-ROCKS Links:

Southern Voodoo - Devil's Drive (CD-Review)
Southern Voodoo - Neon Dust Baby! (CD-Review)

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