Squealer-Rocks.de CD-Review
Dead - In the Bondage of Vice

Genre: Grind Core
Review vom: 12.08.2009
Redakteur: Edewolf
Veröffentlichung: bereits erschienen
Label: War Anthem Records



Wenn man mal bedenkt, dass die fränkische Grind-Band Dead bereits vor zehn Jahren ihren Abschied erklärte und nun wie ein Wunder aus der Versenkung aufgetaucht ist, könnte der Name „Un“Dead vielleicht passender sein. Viele haben es wohl nicht mehr für möglich gehalten, aber es gibt tatsächlich ein neues Album, welches den klangvollen Titel “In The Bondage Of Vice“ trägt und somit konzeptionell auf altbekannten Pfaden wandelt. Das Art-Work des aktuellen Covers wirkt auf mich aber doch etwas puritanisch.

Die Herren Ali, Volker und Dany Dead verstehen es bravourös, den geneigten Zuhörer mit einer gesunden Mischung aus Groove-und Blast-Elementen zu verzaubern. Die favorisierte Spielart des niveauvollen Grind besteht hier aus einer wirklich gesunden Mischung Death-Grind mit eingestreuten Hard-Core-Einflüssen, welche keinen besonderen Wert darauf legen durch allzu komplexe Kompositionen oder gar virtuoses Gitarrenspiel den Leiter der örtlichen anthroposophischen Musikschule in Verzückung zu versetzen. Dabei liegt den Musikanten vor allem die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Problemthemen besonders am Herzen, wie Songtitel wie „Asstronaut“,“Wild at Fart“ oder „Watch me Puke“ deutlich beweisen. Leider ist hier auch ein gesundheitlich bedenklicher Nebeneffekt nicht von der Hand zu weisen, denn fast alle Songs lösen beim Hörer einen unerklärliches und unkontrollierbares Zucken in der Nackenmuskulatur aus, welches nach dem missbräuchlichen Genuss alkoholische Getränke schnell in rhythmische heftige Auf- und Abwärtsbewegungen des Kopfes führen kann. Sowohl das Aufnahmestudio wie auch der Tontechniker wurden hier sorgfältig ausgewählt, um auch die vordergründig noch so kleinen Klangnuance zur optimalen Entfaltung und Wirkung zu verhelfen.
Fazit: Grooviger „Voll in die Fresse“-Grind im Stil der frühen 90er, bei dem kein Auge trocken bleibt. Einfach, geradlinig, brutal mit einer guten Portion Selbstironie. Absoluter Kauftipp.

Tracklist:
1. (.)(.)
2. Borderline Baby
3. Dixi Diver (Tipp)
4. Asstronaut
5. Lowered Expectations
6. In The Bondage Of Vice **
7. Church Of Alcohol
8. Wild At Fart
9. Free Cocaine
10.Watch Me Puke **
11.I Want To Be A Hetero
12.Drop The Soap
13.Bag Of Fuck

Line-Up:
Dany Dead – Guitar/Vocals
Volker Dead – Bass/Vocals
Ali Dead – Drums/Vocals

DISCOGRAPHY:

1991 - Defeat Remains EP
1993 - Slaves to Abysmal Perversity EP
1994 - Dead / Gut (Split)
1994 - Wanted for kinky sessions EP
1994 - Dead / Regurgitate (Split)
1995 - Dead / Meat Shits (Split)
1995 - You'll Never Know Pleasure-Until You've Tasted Pain
1998 - V.I.P.
1999 - Orgasm Through Sleazy Vibes
2004 - Les Stars Du Rock Porno (Best of)
2004 - Saturdaynight Grind Fever EP
2005 - Poserslaughter Classics Remasters (Best of)
2006 - Whorehouse of the Freaks
2007 - Tokyo LiveAxxxtion 2004 / Grind Workshop (Split)
2008 - Haemorrhage / Dead (Split)
2009 - In The Bondage Of Vice

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