Squealer-Rocks.de CD-Review
Yuppie-Club - Pretty Insane

Genre: Grind Core
Review vom: 12.08.2009
Redakteur: Edewolf
Veröffentlichung: 24.07.2009
Label: Finest Noise



Ist schon witzig, ist schon witzig. Wenn ich mir die aktuellen Pressestimmen zum neuesten Werk von Yuppie Club „Pretty Insane“ so durchlese, könnte man fast meinen, die unzähligen Verrisse zum letzten Album hätten niemals existiert. Aber was soll’s, denn scheinbar wird die Band, welche wie kaum ein anderer Newcomer in den letzten zwei Jahren polarisiert und die Lager gespalten hat, nun auch endlich von einer etwas breiteren Masse verstanden. Manchmal dauert es eben etwas länger.

Schon das letzte Album „Pretty Brutal“ hat eigentlich genau den Punkt getroffen, auf den gezielt wurde. Urtümlich klassischer Grind-Core der frühen bis mittleren 80er, welcher mit Vertretern wie Napalm Death, Carcass, Repulsion oder Righteous Pigs seine Wurzeln eindeutig im Hard-Core und Punk hatte und lediglich effektvoll durch Metal-Elemente angereichert wurde. Diese Bands haben im Bereich der extremen Musik eine ganze Ära geprägt und genau dieser Ära wurde auf „Pretty Brutal“ ausgiebig gehuldigt. Beim ersten Durchlauf von „Pretty Insane“ dachte ich mir zuerst, dass es eigentlich so weiter geht wie auf dem Vorgänger, aber wer es versteht zwischen den Tönen zu lauschen, wird eine ziemlich spannende Entdeckung machen. Yuppie Club haben im letzten Jahr den Sprung von den frühen und mittleren 80ern in die späten 80er gemacht. Der Sound und der Aufbau der Songs erinnern nun eher an die Spielart des Grind-Core wie er in den späten 80ern und frühen 90ern gespielt wurde und sich langsam immer mehr mit Death-Metal vermischt hat. Ebenso wie sich zu dieser Zeit die Szenen vermischt haben. Auf dem neuen Album sind Parallelen zu Genregrößen wie z.B. Pungent Stech oder Brutal Truth an so einigen Stellen unverkennbar. Auch der eine oder andere Blastbeat schleicht sich langsam ein. Wer nun vielleicht glauben mag, dass sich die Jungs schlicht aus einem vorhandenen Repertoire bedienen, der liegt dennoch daneben. Die Band schafft es auch hier mit Bravour den Spirit vergangener Tage rüber in die heutige Zeit zu projizieren und sich dabei eine völlig eigenständige Note zu bewahren. Um den großen Vorbildern und Wegbereitern angemessen Tribut zu zollen, wurde schließlich die Cover-Version erfunden und auch auf „Pretty Insane“ gibt es davon wieder eine erlesene Auswahl, welche meine oben genannte These vielleicht sogar stützen könnte. Auch auf der neuen Scheibe gibt es eine Cover-Version von Napalm Death aus der Lee Dorrian-Ära. Gab es auf dem Debut noch den Song „Deceiver“ aus dem Jahr 1987, so findet sich auf dem neuen Album die Yuppie-Version des Klassikers „Walls of Confinement“ aus dem Jahr 1989. Aus dem gleichen Jahr stammt „Reek of Putrefaction“, welches hier als Cover-Song zu hören ist. Ein weiteres Highlight ist „Beyond the Unknown“ ein Song von Yuppie Club aus dem Jahr 1986 welches sich auf jedem Album der Band wiederfindet und wiederfinden wird. Allerdings immer mit wechselndem Gastsänger. Auf „Pretty Insane“ haben es die Jungs geschafft Martin Schirenc von Pungent Stench ans Mikro zu zerren. Zusätzlich gibt sich auch Ex-Sodom-Gitarrist Andy Brings die Ehre, welcher nicht nur als Produzent des Albums in Erscheinung tritt, sondern die Band auch tatkräftig an der Gitarre unterstützt hat.
Yuppie Club sind mit ihrem, für heutige Verhältnisse, sehr individuellem Stil wahrscheinlich immer noch nichts für den Technik-Death-Metal oder um das andere Extrem zu bedienen Porn-Grind-Fan. Aber Leute, wer auf schnörkellosen Grind-Core steht und noch echte „Roots“ hat wird auch dieses Album lieben. Bin mal gespannt wohin die Reise noch geht. In jedem Fall voll in die Fresse!!

Tracklist:
1. Intro
2. Your Opinion
3. Aggression
4. Don´t cross that Line
5. Feel how it feels
6. Decisions
7. Open your Eyes
8. The ABC
9. Beyond the Unknown
10.Mirror
11.Walls of Confinement
12.Please tell me
13.2 Hot
14.Exhume to Consume
15.Go Slow

Line-Up:
Ken - Drums
Jeff - Bass
Bill - Guitar
Lee - Vocals

DISCOGRAPHY:

2008 - Pretty Brutal 2009 - Pretty Insane

SQUEALER-ROCKS Links:

Yuppie-Club - Pretty Brutal (CD-Review)
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