Squealer-Rocks.de CD-Review
Big Robot - Aquafit

Genre: Retro Avantgarde/Industrial
Review vom: 30.06.2009
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 22.06.2009
Label: Karisma Records



Big Robot, dieser Bandname klingt etwas seltsam im Ohr eines Black Metal erprobten Redakteurs und wahrlich bereits nach wenigen Sekunden stellt man fest, dass tatsächlich nicht alles, was aus Norwegen kommt, Satan oder heidnischen Göttern huldigt. Gleichwohl läuft ein kalter Schauer über den Rücken, denn was man hier auf die Ohren bekommt, ist schwerlich nur zu beschreiben und weit jenseits von Rock oder gar Metal.

All jene Zeitgenossen unter euch, die in den 60ern oder 70ern bereits wachen Geistes durch die damalige SiFi-Filmwelten wanderten, werden sich jener Tage sicherlich entsinnen, sobald sie die ersten Klänge vom Debütalbum der Norweger Big Robot vernehmen, denn aus rein musikalischer Sicht trifft eben jene Ära der Filmmusik – man höre nur einmal das lästige Surren und Brummen in „Logan’s Run“ – den Stil des Trios am besten. So brummt, surrt, quietscht und rattert es auch auf „Aquafit“ fröhlich vor sich hin und ohne es zu wollen hat man jene überdimensionalen, leuchtenden Röhrencomputer vor Augen. Damals mag so vielleicht die Zukunft ausgesehen und geklungen haben, jedoch ein halbes Jahrhundert später hat dieser Sound bereits so viel Staub angesetzt wie der Rechenschieber in meinem Regal – ja ich besitze noch so ein niedliches Ding mit bunten Holzkugeln. Es mag zwar in gewisser Weise stimmungsvoll sein, jedoch nur wenn man dieses retrospektive Zukunftsflair liebt.

Die beste Beschreibung ihrer Musik liefern Big Robot, die bei den Aufnahmen anscheinend ihren Spaß hatten, indies selbst:
The only error possible to commit is living and operating under the misconception that such a thing as the possibilty of committing an error exists in the first place. We are guided by NO restricting theories, NO harmonic boundaries, NO compulsive reliance on melodies (in fact, we shun them almost totally) nor any concept of meeting up to the taste or preferences of a market or even an audience. This music was produced for the sake of itself. There is no concept but the CON-cept.

Fazit: Wenn man nicht unbedingt muss, sollte man diese Scheibe nicht anhören, außer man ist Fan von elektronischen Störgeräuschen. Denn was die Norweger einem auf ihrem Debütalbum bieten kann wirklich nicht als Musik um des Hörers Willen bezeichnet werden. Teilweise unerträgliche retro-futuristische Klänge, die schon die seligen 60er und 70er SiFi-Filme zu einem zweifelhaften Hörgenuss avancieren ließen, prägen „Aquafit“. Selten legte ich eine CD zur Seite, bevor ich sie nicht zumindest ein Mal gänzlich angehört habe, aber hier ist meine Schmerzgrenze tatsächlich bereits zur Halbzeit erreicht.


Tracklist:
1. Dyrenes Dronning
2. Coca Kohle
3. Psychic Joker
4. Aquafit
5. Dall
6. Gow
7. Dollgau Zugschlüss
8. Birds
9. Wild Mix
10. Back To The Beast

Line-Up:
Per Sjøberg
Ollis Christensen
Joakim Langeland
feat. Conrad Schnitzler

DISCOGRAPHY:

2009 – Aquafit (fest. Conrad Schnitzler)

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Big Robot - Aquafit (CD-Review)

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