Squealer-Rocks.de CD-Review
Endstille - Verführer

Genre: Black Metal
Review vom: 26.05.2009
Redakteur: Edewolf
Veröffentlichung: 08.05.2009
Label: Regain Records



Muss ich mich jetzt etwa auch in die lange Liste der Einleitungsschreiber einreihen, welche auch nach dieser vom Artwork und auch von der Titelaussage des neuen Endstille-Albums recht eindeutigen Aussagen immer noch auf die doch sehr ungerechtfertigte Umstrittenheit der Band anspielen. Vor allem nach recht eindeutigen Statements in diversen Interviews sollten wohl auch die letzten von Verfolgungswahn heimgesuchten Kritiker verstanden haben, dass es ein ausgemachter Blödsinn ist, Endstille in eine bestimmte Ecke drängen zu wollen. (Nicht nur Bilder gucken, auch mal Texte lesen!) Aber jetzt lass ich mich ja doch darauf ein. Also schnell zum Album.

„Verführer“ ist wohl mal wieder ein treffender Beweis dafür, dass es weder dem Ende zugeht, noch still wird. Vielmehr schaffen es Endstille, sich endgültig als feste Größe in der doch etwas rar gesäten deutschen Black-Metal-Welt zu etablieren. Na ja, zumindest in der ernst zu nehmenden. Direkt der erste Song macht mal wieder deutlich: Wo Endstille draufsteht, ist auch Endstille drin! Zwar hat man sich produktionstechnisch deutlich weiter entwickelt, aber trotzdem geht die Band unbeirrt ihren Weg des gnadenlosen rauen und ultrabrutalen Black-Metal, der selbst im Mutterland des Genres seinesgleichen sucht. Während so manche Wegbereiter der Szene nur noch ein schwacher Schatten vergangener eigener Größe ist, schaffen Endstille es auch mit diesem Album dem geneigten Hörer kräftig eins auf die Zwölf zu geben. Oder auf die Dreizehn wenn man unbedingt möchte. Die Songs bestehen in gewohnter Manier aus einer Mischung aus monoton atmosphärischen Mid-Tempo-Riffs, ultraharten Blast-Angriffen und dem gewohnt markerschütternden Gesang von Shouter Iblis. Trotz aller Härte und Geschwindigkeit schaffen die Kieler es aber, vor allem in der zweiten Hälfte des Albums, geschickt die eine oder andere Hookline zu platzieren und sorgen so doch für eine gehörige Portion Wiedererkennungswert. Insgesamt bietet „Verführer“ also gewohnte Kost mit einer Prise neuer Würze. Vor allem in Sachen Mid-Tempo-Dampfwalze wurde ordentlich Kohle nachgelegt, was den Vertretern der Eintönigkeitstheorie wohl etwas den Wind aus den Segeln nehmen dürfte. Vor allem in Anbetracht dessen, dass „weltverbesserliche“ Intoleranz und mangelndes Kunstverständnis schon so manche gute Band an den Rand der Existenz getrieben haben, kann ich hier nur sagen: Daumen und Hörner hoch.

Tracklist:
01. Alternation Of Roots
02. ...Of Disorder
03. Hate Me... God?
04. Depressive/Abstract/Banished/Despised
05. Monotonus N
06. Symptoms
07. Suffer In Silence
08. Dead
09. Endstille (Verführer)

Line-Up:
Iblis – Vocals
Cruor – Bass
Lars Wachtfels – Guitars
Mayhemic Destructor – Drums

DISCOGRAPHY:

2002 - Operation Wintersturm
2003 - Frühlingserwachen
2004 - Dominanz
2005 - Navigator
2006 - Lauschangriff...(Split EP)
2007 - Endstilles Reich
2008 - Verführer

SQUEALER-ROCKS Links:

Endstille - Endstilles Reich (CD-Review)
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