Squealer-Rocks.de CD-Review
Treachery - Treachery

Genre: (Avantgarde) Black Metal
Review vom: 31.12.2008
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label: Czar Of Crickets Productions



Vor unzähligen Wochen – oder gar schon Monaten – traf bei unserem werten Chefredakteur Eric eine CD ein, die mit dem schönen Begriff „kakophonischer Black Metal“ beschrieben war. Grund genug für unseren sanft-rockenden Chef das Album der Amerikaner Treachery schnellstmöglich an die finster gesinnten Kollegen der Redaktion weiter zu leiten? Anscheinend nicht, denn bis Anfang Dezember dauerte es letztlich, bis das Debüt Album des finsteren Trios bei mir landete… Weswegen das so lange gedauert hat? Es darf schon mal im Vorfeld wild spekuliert werden – hat die Cheffe etwa ihre Liebe zum schwarzen Stahl entdeckt oder waren die Briefkästen in K-Town-City mal wieder bissig? Man weiß es nicht und wird es wohl niemals erfahren…

Widmen wir und nun vielmehr der CD, die mit fünf Liedern und einer Spielzeit unter einer halben Stunde mehr den Anschein einer EP, denn eines Albums erweckt. Und schon nach dem ersten Anhören ist klar, dass der Begriff „kakophonisch“ nicht die treffendste Bezeichnung für das musikalische Gesamtkonzept von TREACHRY sein dürfte, denn der geneigte Black Metal Fan entdeckt hier durchaus melodische und sogar sphärisch-ambientische Momente – der unbedarfte Hörer jedoch wird wie immer keine Freude an diesen finsteren Gestalten namens Treachery haben, dazu ist es einfach zu klassisch, zu schwarz, wenngleich die drei Amerikaner den Beginn ihrer Album EP mit der intronierenden Eröffnungsnummer „Interception“ lange hinauszögern und darin vielmehr durch Klänge, wie man sie aus manchem Rollenspiel bei Betreten eines Dungeons kennt, für die richtige Gruftatmosphäre sorgen. Diese gruftige, feucht marode Atmosphäre durchsetzt mit dem Charme einer zerfallenden Industrieanlage zieht sich durch alle Tracks wie die Stollen im Bergwerk. Durchbrochen wird dieses atmosphärisch düstere Machwerk, das über weite Strecken gar doomig wirkt durch klassische Black Metal Blastbeats und ebensolches Kreischen, welche rau und unterproduziert daherkommen und somit weit ab jeglichen kommerziellen Anspruchs leben.

Fazit: Wer auf rohen, ambientischen Black Metal der Marke Blut Aus Nord und Konsorten steht, der sollte einmal in diese Debüt EP von Treachery reinhören. Auch sonstige Fans finsterer, anharmonischer Klänge dürften die ein oder anderen ansprechenden Momente in den abgründigen musikalischen Tiefen finden. Jedoch verbleibt TREACHERY in den gut 23 Minuten Spielzeit gar zu unspektakulär.

Tracklist:
1. Interception
2. Kiss The Fist
3. Bound In Your Entrails
4. Could Not Find Her Heart
5. Enter Dominion

Anspieltipps: Enter Dominion, Bound In Your Entrails



Line-Up:
Hecate – Gesang, “Weltanschauung“
Slutmachine - Bass
Abelcain – Gitarre, Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2008 – Treachery

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