Squealer-Rocks.de CD-Review
VII Gates - In Hoc Signo Vinces

Genre: Power Metal
Review vom: 28.12.2008
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 14.11.2008
Label: Lion Music Records



Ich mag keine Scheiben, bei denen man schon das Intro nicht versteht. Entweder ich bin zu blöd (wogegen allerdings die Höhe meines IQ spricht) oder ich teile einfach den Humor der Schweden von VII GATES nicht. Schwerer Stand also für das Quintett, wenn man schon vor dem ersten Song schlecht unterhalten wird. Normalerweise höre ich mir solche Platten nicht bis zum Schluss an. Aber da momentan ja alles und jeder besinnlich und friedlich mit sich und der Umwelt umgeht, ist der Rezensent nett und lauscht den folgenden Klängen.

Skippt man am CD-Player aber das unsäglich bescheuerte Intro (ja, hierfür gibt es vom Onkel Punktabzug!) weg, erwartet den Hörer mit dem Opener „The Skyrider“ ein vorzüglicher Up-Tempo-Banger der klassischen europäischen Power Metal-Schule. Spätestens beim Mitgröhl-Refrain sind die Fäuste gen Himmel gestreckt und das Intro beinahe vergessen. Die Arrangements des Stückes sind gut, auch wenn man das alles irgendwie schon einmal (oder öfter) irgendwo gehört hat. Scheren wir uns aber heute nicht drum, weil es ja alles besinnlich ist. So macht der Song einfach nur Spaß und lässt auf weitere Schmankerl desselben Kalibers hoffen. Das folgende „Dreams They Haunt Me“ entpuppt sich als getragenes, mit mystischer Atmosphäre unterlegtes, episch arrangiertes Lied. Durch die vielen Parts könnte man bei dem Stück auch von progressiv sprechen. Das würde niemandem wehtun. Allerdings hätte hier der Refrain stärker herausgestellt werden müssen. So wirkt er an Liedteilen ein wenig überladen und nicht immer einfach nachvollziehbar. Ein ähnlich starker Refrain wie beim Eröffnungsstück hätte hier wahre Wunder bewirkt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur vom starken „The Skyrider“-Refrain zu sehr verwöhnt. Schlecht ist „Dreams They Haunt Me“ deswegen noch lange nicht. Ein schönes, episches Stück.


Komplex kommt auch „Immortal (Hymn To The Prison Guard)“ daher. Nach dem völlig überflüssigen Instrumental „March Of The Amazones“ und dem ebenfalls schwachen „Answer To You, Heart (Stranger In The Dark)“, ist der Song strukturell ähnlich aufgebaut wie „Dreams They Haunt Me“ und kann vollends durch schöne und hörenswerte Instrumentalpassagen überzeugen. Auch Sänger Criss Blackburn weiß hier zu überzeugen. Das tut er über die gesamte Albumdistanz aber nicht immer. So trifft er bei einigen Stücken die hohen Töne nicht ganz. „Children Of The Corn“ ist wieder typischer Euro-Metal mit symphonischem Einschlag und fällt ebenfalls positiv auf. Der Rest der Scheibe kann da nicht ganz mithalten und ist, trotz diverser netter und teilweise auch guter Ansätze („Feeding The Predator“ oder auch „Cat Eyes“), leider in die Rubrik „Durchschnitt“ einzuordnen. Da hilft es auch nicht zu wissen, dass die Musiker von VII GATES ihre Instrumente sehr gut beherrschen.


Alles in allem ist „In Hoc Signo Vinces“ ein Album geworden, das sowohl Licht als auch Schatten beinhaltet. Die guten Songs haben durchaus internationales Niveau und machen Spaß beim Hören. Den weniger guten Stücken mangelt es am Wiedererkennungswert und den prägnanten Riffs, die eben Alben mit „Aha!“-Effekt auszeichnen. Ich bin aber sicher, dass die Jungs diese Mängel auf dem dritten Album ausbügeln können und die nächste Kritik dann positiver ausfallen kann. Für „In Hoc Signo Vinces“ gibt es dieses Mal nur ein gutes „geht so“ mit auf den Weg, trotz der feiertäglichen Besinnlichkeit.



Tracklist:
1. When The Gates Are Opening
2. The Skyrider
3. Dreams They Haunt Me
4. March Of The Amazones
5. Answer To You, Heart (Stranger In The Dark)
6. Immortal (Hymn To The Prison Guard)
7. Lethal Attraction
8. Children Of The Corn
9. The Mad Ministrels (With The Delusion Of Grandeur)
10. The Lake
11. Cat Eyes
12. Feeding The Predator


Line-Up:
JJ Rockford – Guitars
Mick van Slowfoot – Drums
Criss Blackburn – Vocals
Robert Makek – Guitars
Nicola Posa – Bass

DISCOGRAPHY:

2004 – Fire, Walk With Me
2008 – In Hoc Signo Vinces


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