Squealer-Rocks.de CD-Review
Head - Save Me From Myself

Genre: (Modern) Metal
Review vom: 11.12.2008
Redakteur: maddin
Veröffentlichung: 12.12.2008
Label: Driven Records



Brian „Head“ Walsh gilt zusammen mit der von ihm mitbegründeten Band KoRn als einer der „Erfinder“ des Nu Metal. Vor drei Jahren verliess der Amerikaner die Truppe und legt nun sein erstes Solo Album vor, welches streng genommen nichts anderes als die Vertonung seiner gleichnamigen Autobiographie darstellt, die mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich ist. Nun kann man sich fragen, ob es unbedingt nötig ist, dass ein Musiker der noch sehr weit vom Rentenalter entfernt ist, bereits seine Memoiren schreibt. Doch objektiv betrachtet muss man sagen: Ja, denn der Erfolg gibt ihm Recht. Das Buch hielt sich etliche Wochen in den U.S. Bestsellerlisten und irgendwie ist es ja immer interessant, was einer der erfolgreichsten Musiker des Planeten (30 Mio. verkaufte Alben) so erlebt hat. Das sich die nieder geschriebenen Einblicke in das Leben des Gitarristen allerdings weniger mit den üblichen Sex and Party Plattitüden befassen, wird nach dem ersten Hören des Album schnell deutlich.

Die Grundthemen sind Walsh's Kampf gegen seine Drogensucht, schliesslich der Sieg über die Abhängigkeit und das daraus resultierende Bekenntnis zu Gott und Religion. Da ist es wenig schwer zu erraten, dass die Musik entsprechend tief gehend und die Grundstimmung eher düster und aggressiv ist.
Leider kann ich absolut keine Vergleiche zu KoRn ziehen, da mir die Musik der Megaseller bis auf sporadische Eindrücke nahezu gänzlich unbekannt ist (und wenn es anders wäre, würde ich es hier bestimmt nicht zugeben. Man beachte das „Unwort“ am Anfang des Reviews).
Als ungefähre Parallele sind mir jedoch sofort Pain Of Salvation in den Sinn gekommen. Diese Mischung aus Aggression, Melancholie und teilweise verstörenden Parts mit Hörspiel - Charakter, diese hörbare offenherzige Darlegung intimster Emotionen, die fesselnde Atmosphäre, die Zunahme von Streichern und die tollen Melodien - ja, doch das kommt schon hin; zumindest teilweise. Auch die „modernen“ Werke von Alice Cooper wie „Dragontown“ oder „Brutal Planet“ wären eine Hausnummer.

Es verwundert fast ein bisschen, welch guter Sänger Brian ist. Den Wechsel Düsternis / Romantik vollzieht er stimmlich bravourös, was auch auf seine Songs zutrifft.
Fast jeder Track durchlebt mehrere Stimmungen. Möchte man beim zunächst sperrigen Opener „L.O.V.E.“ noch mit dem zum Titel passenden Refrain in die Welt der Melancholie entschweben, so verführt der Chorus im ansonsten leicht psychedelisch angehauchten „Flush“ dazu, die Hasskappe aus der Ecke zu holen, um mal so ein bisschen die Bude zu verwüsten.
Mit dem überaus kultigen „Adoney“ gibt es dann gar einen (fast) Ohrwurm zu hören, der ohne seinen Brutalo – Mittelteil sogar Hit Qualitäten hätte. „Money“ ist da fast deckungsgleich und könnte auch von Evergrey stammen.
Dem gegenüber stehen dann wieder vertonte Selbsterfahrungstrips a la „Die Religion Die“, die zwar höchst komplex, aber dennoch irgendwie catchy sind.

Das ist auch der Grundtenor dieses Albums: An manchen Stellen ist das Teil echt ziemlich krank, aber es fehlen niemals die tollen Melodien, die auch gerne mit „faszinierend“ umschrieben werden dürfen. Zudem hat Brian Welch eine Unmenge an Ideen in seine Songs gepackt, die jeden Durchlauf in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Auch die Produktion ist top, von daher habe ich keine Hemmungen, diese Scheibe auch toleranten Traditionalisten zu empfehlen.

Tracklist:
01. L.O.V.E.
02. Flush
03. Loyalty
04. Re-bel
05. Home
06. Save Me From Myself
07. Die Religion Die
08. Adonai
09. Money
10. Shake
11. Washed By Blood

Line Up:
Brian „Head“ Welch – Vocals, Guitars, Programmings
Trevor Dunn – Bass
Josh Fresse – Drums, Programmings

DISCOGRAPHY:

2008 - Save Me From Myself

SQUEALER-ROCKS Links:

Head - Save Me From Myself (CD-Review)

SONSTIGES:

BANDHOMEPAGE
Diesen Beitrag im Forum diskutieren