Squealer-Rocks.de CD-Review
Seventh Wonder - Mercy Falls

Genre: Progressive Metal
Review vom: 06.12.2008
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Lion Music



Die Schweden SEVENTH WONDER legen heuer mit „Mercy Falls“ ihr bereits drittes Album vor. Bis dato hatte ich noch nie etwas von der Band gehört. Also endlich mal wieder eine Veröffentlichung, an die man völlig unvoreingenommen heran gehen kann. CD in den Schacht befördert, die Anlage auf angenehme Lautstärke aufgedreht und mit Hilfe des Booklets begonnen der Story um die Stadt Mercy Falls zu lauschen.

Man kann es schon beinahe erahnen, worum es auf diesem Album musikalisch geht. Oder, anders gefragt: Bei welcher Musikrichtung werden die meisten Scheiben mit in sich geschlossenen Themen veröffentlicht?

SEVENTH WONDER spielen, entgegen der Ankündigung des Infosheets, keinen „komplexen Heavy Metal mit viel Melodie“. Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht. Komplex ist die Musik von SEVENTH WONDER auf jeden Fall. Melodisch auch, teilweise sogar hochmelodisch. Aber Heavy Metal? Naja, Heavy Metal ist sicherlich EIN Bestandteil des Sounds der Schweden. Zu hören gibt es aber noch viel mehr. Es finden sich auf „Mercy Falls“ dichte Keyboard-Teppiche ebenso wie akustische Intermezzi und harte Riffs. Auch an, mitunter ausufernden, Instrumentalpassagen und Soli mangelt es der Scheibe nicht. So hat der erfahrene Leser bereits vermutet, dass es sich bei dem dritten Album von SEVENTH WONDER um eine Scheibe aus dem progressiven Metal-Bereich handeln muss. Richtige Einschätzung, meine Damen und Herren.

Die Melodien einiger Bridges und Refrains erinnern mich, je öfter ich die Platte höre, an die erste Scheibe von SONATA ARTICA (als die noch gut waren). Will sagen, die Melodien gehen sofort ins Ohr und laden teilweise schon beim ersten Mal zum Mitsingen ein. Man muss den Schweden auch attestieren, dass sie die Gesangsparts geschickt arrangiert und platziert haben. So finden die Stücke auch nach längeren, komplexen Frickelpassagen immer wieder in die Spur und werden dadurch gut zusammen gehalten. Ich erspare es mir, an dieser Stelle mal einzelne Stücke hervorzuheben, da sie als Ganzes im Zusammenhang mit der Story gesehen werden sollten. Sie alle besitzen ein qualitativ hohes musikalisches Niveau, das nie unterschritten wird. Hier ordnen sich auch die kurzen akustischen Tracks, Zwischenspiele und Balladen ein, die man als einzigen Kritikpunkt werten könnte.

Manchem wird das ein wenig zuviel des Guten auf einmal sein und man könnte monieren, dass es sich doch schließlich um ein progressives METAL Album handelt. Könnte man. Muss man aber nicht. Mich jedenfalls stören diese Tupfer im Sound von SEVENTH WONDER überhaupt nicht, helfen sie doch die Geschichte voran zu treiben. Was ich persönlich als negativ empfinde, ist die Tatsache, dass die Story (Autounfall, Koma, die gefühlsmäßige Reise durch das Koma, Erwachen, Erinnerung, bittere Wahrheit) schon beinahe notorisch an AYREONs „The Human Equation“ erinnert. Wenn man „Mercy Falls“ also mit Arjen Lucassens’ Projekt vergleicht, ziehen SEVENTH WONDER den Kürzeren, weil bei AYREON die Emotionen besser in Szene gesetzt wurden.

Wahrscheinlich liegt den meisten Hörern aber sowieso mehr an der Musik als an den Texten der Schweden. Wer sich nun angesprochen fühlt, wird seine helle Freude an Stücken wie „Paradise“, „Break The Silence“, „The Black Parade“, „Unbreakable“ und vor allem „A Day Away“ haben. Ein richtig guter Progressive Metal-Trip, bei dem Fans des Genres (und nicht nur die) den Aufenthalt in Mercy Falls sicherlich nicht bereuen werden. Reinhören!



Tracklist:
1. A New Beginning
2. There And Back
3. Welcome To Mercy Falls
4. Unbreakable
5. Tears For A Father
6. A Day Away
7. Tears For A Son
8. Paradise
9. Fall In Line
10. Break The Silence
11. Hide And Seek
12. Destiny Calls
13. One Last Goodbye
14. Back In Time
15. The Black Parade


Line-Up:
Andreas Blomqvist – Bass
Johan Liefvendahl – Guitar
Tommy Karevik – Vocals
Andreas Söderin – Keyboards
Johnny Sandin – Drums

DISCOGRAPHY:

2005 – Become
2006 – Waiting In The Wings
2008 – Mercy Falls


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