 Defcon - Neon Nights
Genre:
Punk Rock Review vom: 15.10.2008 Redakteur: maddin Veröffentlichung: 20.10.2008 Label: FNR Es könnte natürlich sein, dass die Band mit der Genre Bezeichnung „Punk Rock“ nicht unbedingt einverstanden ist. Denn die Vielseitigkeit ist einer der Dinge, die das Album absolut hörenswert macht. Korrekter wäre wohl die Umschreibung „Punk / Hardcore / Crossover / Rock / Metal / Pop“.
Das Hauptelement ist aber nun mal der Punk und in irgendeine Schublade muss ich Defcon ja schiesslich stecken...
Geradezu stereotyp mutet der nur 1:20 Minuten lange Opener „Raise Your Demons“ an. Klingt wie die alten Hosen mit Hardcore Einschlag und kann trotz seiner Kürze schwer überzeugen.
Wenn es aber so weiterginge, dann wäre die Langeweile vorprogrammiert. Doch die Truppe mit den drei (!) Sängern zeigt bereits beim nachfolgenden „6 Broken Bones“, wie abwechslungsreich man heutzutage moderne Mucke machen kann. Es treffen Punk, Hardcore und Metal, sowie hitverdächtiger Rock aufeinander und verstehen sich überraschend gut. Hier wird sofort deutlich, welch feines Gespür Defcon für mitreissende Melodien haben. Toll auch die unterschiedlichen Gesangsstile. Von psychopathischem Gekreische a la Cryptic Slaughter, über dezent rotzige Green Day Parts, bis hin zu warmen, weichen Vocals wird die ganze Palette geboten.
Noch einprägender ist das Highlight des Albums „King Of the World“. Es ist kaum zu glauben, was für tief gehende Kompositionen man dieser vermeintlich simplen Musikrichtung doch entlocken kann. Eine echte Hymne.
Ein weiteres Highlight haben die Jungs dramaturgisch klug als vorletzte Nummer platziert und „10 – 80 (The Cold)“ getauft. Eine echte Grenzerfahrung, eine fast schon progressive Mischung aus Melancholie und Härte. Es mag sich in diesem Zusammenhang sehr unglaubwürdig anhören, aber dieses Stück hätte auch auf dem letzten Pain Of Salvation Album eine gute Figur abgegeben – glaubt's oder nicht!
Der Rest der 33 Minuten lässt ebenfalls kaum Schwachpunkte erkennen. Es geht immer schön geradeaus, hier und da ein Motörhead Gedächtnis Riff, dann mal wieder ein paar Takte Gebrülle und ständig Melodien vom Kaliber The Offspring oder Green Day.
Ich gehöre definitiv nicht zur Zielgruppe von Defcon und bin trotzdem ziemlich begeistert, da mich die ungestüme unkonventionelle Art ein wenig an das erste H - Blockx Album erinnert. Von daher prophezeie ich den Österreichern eine große Zukunft, denn sie treffen den Zeitgeist, ohne dabei die alte Fraktion zu vergraulen.
Fans von Disturbed und Konsorten sind also neben open minded Metal Fans herzlich eingeladen hier mal reinzuhören.
Tracklist:
1.Raise Your Demons
2.6 Broken Bones
3.King Of the World
4.Neon Nights
5.Our Curse
6.Love & Betrayal
7.Circles
8.From Dawn To Nowhere
9.30 Line Letter
10.10 – 80 (The Cold)
11.Last Song
Line Up:
Christian Kowatsch – Guitar, Vocals
Manuel Schaffernak – Vocals
Pierre Flitsch – Vocals
Juergen Hettner – Vocals
Daniel Kroell – Bass
Matthias Ruppnig - Drums
DISCOGRAPHY:
2006 - Fuel the Fire (EP)
2008 - Neon Nights
SQUEALER-ROCKS Links:
Defcon - Neon Nights (CD-Review)
SONSTIGES:
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