Squealer-Rocks.de CD-Review
Kalmah - For The Revolution

Genre: Melodic Death/Black Metal
Review vom: 22.05.2008
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 30.05.2008
Label: Spikefarm



Einst aus den Tiefen des Sumpflandes entstiegen, suchen uns Kalmah mit ihrem nun mehr fünften Studioalbum, das den Titel FOR THE REVOLUTION trägt, erneut heim und es kommt selten vor, dass ein Album mich sprachlos zurück lässt. Nicht, dass das hier unzählige Umdrehungen vollführende Album derart abgefahren oder außergewöhnlich wäre – viel mehr ist es die Tatsache, dass es beim ersten Blick fast schon zu gewöhnlich ist. Ihr versteht, was ich meine? Nein, ich auch nicht. Deswegen lassen wir das Vorgeplänkel und kommen gleich zum Hauptteil.

Um die Verwirrung perfekt zu machen, stelle ich mal den Satz in den Raum, dass Kalmah mit ihrem Album keine Revolution im Sinne des Umwälzens der alten Ordnung anzetteln werden. Aber wenn ihr nun glaubt, dass ich die Scheibe der Finnen zurück in die sumpfigen und Mücken umschwirrten Weiten Finnlands stampfen werde, der irrt sich gewaltig.
Denn die Finnen verstehen es eine perfekte Mischung zwischen eingängigen Melodien und härteren Passagen zu kreieren, die Mal mehr Richtung Death mal mehr in Black Metal Gefilde tendieren. Ebenso wechselt der Gesang von Pekka Kokko zwischen kreischend und grunzend und mehrstimmiger Refrains sorgen wie im Titeltrack „For The Revolution“ oder „Holy Symphony Of War“ dafür einen ungewollt die Hand zur Faust ballen zu lassen und mit zu grölen, wohingegen „Wings Of Blackening“ den blackmetallisch angehauchten Nacken zum Wirbeln bringt.

Das Quintett arbeitet auf FOR THE REVOLUTION fast durchgängig mit eingängigen Melodielinien, die einen großen Wiedererkennungswert haben. Durch Variation diverser, bereits oben beschriebener Einflüsse klingt jedes Lied etwas anderes, so dass nie Langeweile aufkommt. Jedoch ist selbst hier nicht alles Sumpf, was modrig erscheint. Der vom balladesken „Ready For Salvation“, das sich in seiner hymnischen Weise durchaus (so unglaublich es klingen mag) mit ähnlichen Passagen des schwedischen Panzerbatallions Sabaton vergleichen lässt, eingeleitete Mittelteil wirkt vergleichsweise eintönig und unbedeutsam.

Da kommen einem „Coward“ und „Like A Slave“ gerade recht. Während ersteres donnernd über den Hörer schwebt (versucht das mal unter einen Hut zu bekommen) und Black Metal typische Growls mit einem hymnischen Element verwebt, schlägt letzteres ein wie die sprichwörtliche Bombe. Bereits in „Dead Man's Shadow“ durfte man die Kalmah Düsternis und bedrohlich stampfende Stimmung erleben, die in einigen Zügen an Ensiferum oder andere dem folkloren Extreme Metal verbundenen Bands erinnert. So avanciert gerade der Rausschmeißer von FOR THE REVOLUTION durch seinen Abwechslungsreichtum zum echten Hingucker.

Fazit: Da brat mir einer 'nen Elch, denn was die Herren aus dem Norden Finnlands hier spielen, ist eine umwerfende Gradwanderung zwischen diversen Spielarten des melodischen Extreme Metals. Melodischer Black Metal verbindet sich auf stimmige Weise mit dem ebenso in melodischer Ausführung zelebrierten Death Metal zu einem hymnisch, rockigen Mix, der zwischen Plagiatvorwurf und Genialität wandert. Wer es wagt sich den schlammigen Unwesen zu stellen, der wird sein „braunes“ Wunder erleben…


Tracklist:
1. For The Revolution
2. Dead Man's Shadow
3. Holy Symphony Of War
4. Wings Of Blackening
5. Ready For Salvation
6. Towards The Sky
7. Outremer
8. Coward
9. Like A Slave

Anspieltipps: For The Revolution, Dead Man's Shadow, Coward, Like A Slave

Line-Up:
Pekka Kokko – Gesang, Gitarre
Antti Kokko – Gitarre
Timo Lehtinen – Bass
Marco Sneck – Keyboards
Janne Kusmin – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2000 – Swamplord
2001 – They Will Return
2003 – Swampsong
2006 – The Black Waltz
2008 – For The Revolution
2010 - 12 Gauge


SQUEALER-ROCKS Links:

Kalmah - For The Revolution (CD-Review)
Kalmah - 12 Gauge (CD-Review)

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