Squealer-Rocks.de CD-Review
Jack Slater - Blut/Macht/Frei

Genre: Death Metal
Review vom: 25.04.2008
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: War Anthem Records



Die Kölner Death Metaller sind in der Szene beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Räumten sie doch kürzlich erst beim „Metal Inferno Festival“ in Paderborn mächtig ab. Die Markenzeichen der Band sind die mitunter provokanten Texte und ihr technischer Death Metal. Auf ihrem nunmehr dritten Album „Blut/Macht/Frei“ weichen die Rheinländer keinen Blutstropfenweit von ihrem bisherigen Konzept ab.

Im Gegenteil, sie verfeinern ihren Stil und reizen die extreme ihres Sounds weiter aus. Das heißt, es gibt für den Hörer hier sowohl brutalen als auch technischen Death Metal auf die Lauscher. Der technische Anteil wurde nochmals erweitert, so dass man die Scheibe tatsächlich einmal durchhören muss, bevor man ab dem zweiten Durchlauf anfangen kann mit dem Kopf mitzugehen. Allein der eröffnende Titeltrack ist derart mit aberwitzigen Breaks angereichert, dass man schon genau hinhören muss, um alle Facetten des Songs aufzunehmen zu können.

Man könnte jetzt auf den Gedanken kommen, Jack Slater hätten ihr kreatives Pulver mit dem Titeltrack verschossen. Nee, nee, Freunde. Es geht noch bis Song Nummer zehn („Narbe (Part IV“) weiter mit dem Highspeed Geballer. Tracks wie das ultrafiese „Rohrspast“ machen keine Gefangenen und prügeln einem schön die Murmel weich. „Rohrspast“ oder auch das „Narben“ Quartett zeigen eindrucksvoll, dass man technischen Death Metal spielen kann ohne an Brutalität zu verlieren. Die Band ist perfekt aufeinander eingespielt das kann man zu jeder Sekunde heraushören. Musikalisch braucht man zu der Scheibe eigentlich nichts zu sagen, die Stilbezeichnung spricht für sich. Die Gitarristen Kevin und Sobo schütteln sich auf „Blut/Macht/Frei“ dermaßen viele Riffs und Licks (die Teilweise sehr morbide rüberkommen) aus den Ärmeln, dass amn meinen könnte, die Jungs hätten keine Freunde oder sonstige Hobbys. Die Rhythmusfraktion Chris und David stellen dabei das Gerüst für die Riffattacken und Sänger Horn intoniert seine Texte in einer angenehm tiefen Stimmlage. Also Death metal in Reinkultur könnte man sagen. Dass Jack Slater musikalisch aber auch über den Tellerrand blicken können, beweist das Hinzunehmen von Genrefremden Instrumenten (in diesem Fall das Saxophon in „Narbe (Part III)“). Das ist bislang wohl einzigartig, passt aber kurioserweise in das 22 Minuten lange „Narbe“ perfekt hinein. Sozusagen ein zusätzliches Element im ohnehin schon morbid angehauchten Sound von Kölns’ finest.

Wer auf Meschuggah, die letzten Death (R.I.P.) Releases, etc. steht sollte sich „Blut/Macht/Frei“ zulegen, er/sie wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Old School Puristen werden die Scheibe wohl eher nicht auf ihren Einkaufszettel schreiben. Jack Slater ist jedenfalls ein spannendes, anspruchsvolles Album gelungen, das Brutalität und Technik hervorragend vereint. Kann man zwar nicht täglich hören (da wären dann psychische Schäden wohl vorprogrammiert…ähem,…), aber wer die Scheibe mag, wird sie hin und wieder aus dem Regal nehmen und seine Nachbarn foltern.



Tracklist:
1. Blut/Macht/Frei
2. Töten
3. Amnestia
4. Rohrspast
5. Rost
6. Du selbst
7. Narbe (Part I)
8. Narbe (Part II)
9. Narbe (Part III)
10. Narbe (Part IV)

Line-Up:
Horn – Vocals
Kevin – Guitars
Sobo – Guitars
Chris – Bass
David – Drums

DISCOGRAPHY:

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