Squealer-Rocks.de CD-Review
Jenx - Fuseless

Genre: Metalcore/Hardcore/Industrial
Review vom: 30.03.2008
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Massacre Records



Na, wenn das mal keine Ansage ist. Jenx aus Frankreich gelten im eigenen Land als eine der größten Hoffnungen des modernen Metal. Das sagt der Infobeipackzettel jedenfalls. Verifizieren kann ich das jetzt nicht, da ich von der Band irgendwie noch rein gar nichts gehört habe. Modern ist die Musik von Jenx aber wohl. Metalcore heißt diese Stilrichtung heutzutage (früher nannte man die Symbiose aus Metal und Hardcore Crossover. Aber gut, Twix hieß früher ja auch anders…).

Aber spielen Jenx überhaupt „Metalcore“? Ich denke nicht, denn wenn man oben genannte Definition zu Grunde legt, müssen sich ja theoretisch auch Metal Riffs auf „Fuseless“ finden lassen. Selbst mit bestem Willen und großzügiger Auslegungsweise des Begriff „Metal Riff“, findet man wohl eher, anhand einer Schwarzlichtlampe, Spermaflecken auf dem Bettlaken einer Nonne. Bleibt also der „Core“. Jenx spielen während der elf Tracks von „Fuseless“ (plus 2 Bonustracks) einfach Hardcore, der durch ein paar Industrial Elemente aufgepeppt werden soll.

Macht ja im Prinzip nix. Aber selbst nach mehrmaligem Hören der Scheibe bleibt ein richtig fader Beigeschmack. Keiner, wirklich keiner der Songs bleibt im Ohr hängen und das heißt bei dreizehn Tracks schon was. Hat aber natürlich seine Erklärung. Denn, wenn man Musik ohne knackige Riffs oder markante Vocals lines/Shouts aufnimmt, bleibt der Wiedererkennungswert halt auf der Strecke. Die Gitarren bringen hier und da mal (sehr selten) zweistimmige Licks ein, aber davon alleine kann man als Band auch nicht leben. Der auf vielen Samplern vorgestellte Song „Kira“ plätschert zum Beispiel völlig belanglos (und überhaupt nicht hart oder böse) vor sich hin. Generell ballern die Gitarren viel zu wenig (wofür die Band ja nichts kann, das liegt natürlich an der Produktion) und die Stimme von Sänger Xavier Bertrand kommt einem nicht halb so energisch und aggressiv vor, wie das in dieser Stilrichtung eigentlich der Fall sein sollte (zudem schreit er über die gesamte Albumdistanz ziemlich eindimensional).

Man kann wirklich jeden Song auswählen, nichts bleibt hängen (und hier ist „Crawling again“ zum Beispiel einer der besseren Tracks mit so etwas wie einem Refrain). Die Breaks wirken phasenweise sehr uninspiriert und auch das Einstreuen der Industrial Elemente (generell eine gute Idee, weil passt zu der Energie des Hardcore) kommt einem seltsam „gewollt“ vor. Ich muss leider sagen, dass mich „Fuseless“ zu keiner Sekunde auch nur annähernd berührt und definitiv nicht gezündet hat. Vielleicht mögen Genrefreunde mich Lügen strafen und ich die Scheibe einfach nicht verstanden habe. Mag sein. Die Ansichten über Musik sind nun mal verschieden und für mich ist „Fuseless“ nichts, was den Weg in meinen Player ab heute noch einmal finden wird.



Tracklist:
1. Hole
2. Kira
3. Acht
4. Crawling again
5. Doesn’t hurt anymore
6. Mute
7. Overloaded
8. Pulsions
9. Unusual
10. Last fuse
11. Falter
12. Demonhead (EP-Version)
13. Demonhead (Remix)


Line-Up:
Xavier Bertrand – Vocals, bass
Jessy Perey – Guitar
Maxime Lainey – Guitar
Nicolas Larronde – Drums
Lyynk: Samples, Machines (Studio only)

DISCOGRAPHY:

2004 - Unusual
2008 - Fuseless

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