Squealer-Rocks.de CD-Review
Abstract Rapture - Democadencia

Genre: Thrash Metal
Review vom: 24.03.2008
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen.
Label: Maddening Media



Abstract Rapture stammen aus Luxemburg und haben dort den „Wacken Metal Battle“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch hierzu. Das macht sich zwar in der Vita recht gut, kaufen kann man sich dafür aber nix. Denn, auf dem, glücklicherweise, wieder stark umkämpften Thrash Metal Markt zählen nun mal nur gute Leistungen. Und da haben zum Beispiel The Scourger und Moshquito groß vorgelegt. Mal sehen, ob Abstract Rapture dieses Niveau halten können.

Zunächst fällt auf, dass die Luxemburger ihren Thrash Sound mit modernen Einflüssen angereichert haben. Will sagen, der Hörer bekommt hier groovige Neo Thrash Elemente um die Ohren geholzt. Auch Sänger Drittt (kein Schreibfehler!) setzt seine Stimme sehr variabel ein (grob umschrieben pendelt er zwischen Hardcore Shouts und James Hetfield ähnlichen „cleanen“ Gesang). Hört sich jetzt nach einer spannenden Mischung an. Sehe ich auch so. Allerdings gibt es auch hier leider wieder ein paar Abzüge die Musik betreffend.

Hauptproblem der Band ist, dass sie nicht wirklich einprägsame Riffs schreibt. Von den Kompositionen bleibt recht wenig hängen. Der Opener „Democadencia“ tönt beispielsweise wie eine Mischung aus „neuen“ Metallica und Hardcore. Der Vergleich mit der einst coolen Band aus der Bay Area greift übrigens bei fast jedem Song (was zum Einen natürlich an Drittts Stimme liegt und zum Anderen daran, dass die Melodieführung der Gitarren ähnlich ist). Anders als die Kollegen schaffen es Abstract Rapture aber nicht, Songs zu kreieren, die sich im Gehörgang festsetzen (Ausnahme vielleicht „The void“). Hinzu kommen noch Schwächen im Songwriting Bereich. Die Idee, „Observations in a mirror (through the eyes of an alcoholic)“ in ein Soundgewand zu stecken, dass zerrissen wirkt und die Abgründe des Alkoholismus versucht umzusetzen, ist super. Leider geht der Versuch in diesem Fall nicht tief genug, so dass „Observations…“ ebenso wie die anderen Songs, nur erahnen lässt, dass Abstract Rapture Talent haben. Wenn die Jungs an ihrem Songwriting arbeiten und sich selbst einen Feinschliff geben, kann da was entstehen.

Das Fazit lautet also: Momentan spielen Abstract Rapture (noch) nicht in der gleichen Liga wie The Scourger oder Legion of the damned. Nicht mal im gleichen Stadion. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. So heißt es ja. We will see… Leute, die jedes Thrash Album ihr eigen nennen müssen/wollen, können hier natürlich zugreifen. Auch diejenigen, denen die oben beschriebene Mischung gefällt, dürfen gerne ein Ohr riskieren. Kompletter Murks wird auf „Democadencia“ nicht geboten und die Ansätze sind durchaus heraus zu hören, aber „gut“ ist halt anders (siehe zum Beispiel The Scourger). Kaufempfehlung gibt es keine, entscheidet selbst!



Tracklist:
1. Democadencia
2. Noxious utopia
3. The void
4. Primal sin crisis
5. Rejections
6. Fracture
7. Poisoned love
8. From dust to nowhere
9. Carpe noctem
10. Mental driftwood
11. Observations in a mirror (through the eyes of an alcoholic)


Line-Up:
Drittt – Vocals
Nol – Guitars
Spit – Drums
Yogy – Guitars
Rol - Bass

DISCOGRAPHY:

2003 - Asphyxiation (Demo)
2006 - Dead End Entry (EP)
2008 - Democadencia

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