Squealer-Rocks.de CD-Review
Viron - Ferrum Gravis

Genre: Heavy Metal
Review vom: 11.03.2008
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label: Metal Heaven



Potzblitz! Da kommen so mir nichts dir nichts fünf Deutsche um die Ecke und stemmen sich mit einer ganz einfachen, aber aussagekräftigen Formel gegen alle Errungenschaften des 21. Jahrhunderts: New Wave of German Heavy Metal! Viron zeigen allen Trends und der Moderne den Mittelfinger und beschränken sich bei ihrer Standortbestimmung auf die frühen Achtziger und die sich daraus unmittelbar ableiten lassenden Spielarten. Nennt es von mir aus im Vorfeld „kitschig“, „uninspiriert“ oder „selbstbewusst“. Nach dem Ertönen der neun Schlachthymnen von FERRUM GRAVIS fällt euch nur noch eins ein: Genial!

Eingebettet in diverse, der Bay Area entlockte Thrash Metal Tendenzen und mit der Energie des amerikanischen Power Metals der Marke Iced Earth ausgestattet, begeben sich Viron mit ihrem ungeschliffenen Rohdiamanten ins Rennen um die, mittlerweile vornehmlich im Underground stattfindende, schwermetallische und keyboardlose deutsche Meisterschaft.

In „Liberator“ wechseln sich stampfende, nur eine Marschrichtung kennende Strophen mit einem hymnischen Refrain, in dem Frontsau Alexx Stahl seine (erträglichen) stimmlichen Höhen auslotet, ab. Hier wird für Vielfalt gesorgt. Und wer dabei nicht seine Faust in die Luft streckt und den Index und den Digitus Minimus abspreizt, der hätte schon nach der Genrebezeichnung kapitulieren müssen.
Mit einem bedrohlichen, fast schon Priest-artigen Riffing in „On The Run“ fährt der Heavy Metal Tross unter Abzug eines monumentalen Innehaltens gegen Ende unaufhaltsam weiter, ehe in „The Isle Of Man“ die erste Thrash-Klinge geschliffen wird, bevor eine, frei nach den schwedischen Kollegen von HammerFall, sehr bedeckt gehaltene und für einen kurzen Augenblick jeden Stahl-Krieger lähmende Ballade „War“ alles zum Erliegen bringt.

Mit „Sniper“ verfügt FERRUS GRAVIS abschließend über einen waschechten Epos, der zum einen alle bisher aufgezählten Stärken bzw. Eigenschaften der Band bündelt und zum anderen in den satten zehn Minuten Spielzeit dennoch ein einheitliches Bild abgibt. Virgin Steele können stolz auf Viron sein.

Die Produktion passt ebenfalls wie der oft zitierte Arsch in den Eimer, besitzt die Authentizität der Achtziger, aber zeitgleich das sich auf Begriffe wie „Qualität“ stützende Klangbild der Neuzeit.
Einzig das schleppende, fast nicht vom Fleck kommende und sehr moderat geführte „Beyond The Gates“ hätte man sich sparen können.

Fazit: Die Frage, ob Viron ihr NWoGHM-Banner jemals als großer, weltbekannter Act präsentieren werden, steht in den Sternen. Was wir zumindest heute wissen, ist, dass das Quintett auf jeden Fall das Potenzial dazu besitzt. Auf FERRUM GRAVIS werden einprägsame und unkomplizierte Melodien mit einer mehr als glaubwürdigen Heavy-Metal-Attitüde gekreuzt, so dass man sich bereits auf den zukünftigen Werdegang der Jungs freuen kann.
Es tut sich was im Heavy Metal – und das ist verdammt noch mal gut so!

Tracklist:
1. Liberator
2. On The Run
3. The Isle Of Man
4. War
5. Beyond The Gates
6. Metal Ball
7. Playground For Billions
8. Led Astray
9. Sniper

Anspieltipps: On The Run, The Isle Of Man, Sniper

Band Line-Up:
Alexx Stahl – Gesang
Thilo Feucht – Gitarre
Roger Dequis – Gitarre
Ingmar Holzauer – Bass
Neudi – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2002 – Ode To War (Demo)
2003 – Winds Of Valhalla (Demo)
2004 – EP
2006 – NWoGHM
2008 – Ferrum Gravis


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