Squealer-Rocks.de CD-Review
Martriden - The Unsettling Dark

Genre: Melodic Black Metal
Review vom: 04.03.2008
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 03.03.2008
Label: Candlelight



Eine beliebte Beschäftigung beim ersten Kontakt mit neuen Alben ist es, sich das Albumcover anzusehen, denn wer kennt es nicht: Man steht im Laden und möchte sich eine CD kaufen, die man nicht in der ein oder anderen Weise bereits kennt. Was tut der findige Metaller also? Er nimmt sich die Alben zur Brust und bewertet anhand ihres Coverartworks, ob sich der Inhalt möglicherweise mit dem eigenen Musikgeschmack decken könnte. Und lasst es euch versichert sein, die meisten Designer der Cover treffen den optischen Geschmack ihrer Clientée – oder um es so zu sagen, man weiß irgendwann wie die Cover für Folk Metal, Death Metal, Black Metal etc. aussehen. Das Cover von THE UNSETTLING DARK sieht schon einmal viel versprechend nach Metal der düsteren Gangart aus, denn in Graustufungen gehalten präsentiert es uns eine geisterhafte Frauengestalt, die von dämonischen Fratzen verfolgt wird. Also freudestrahlend – respektive todesmutig – ans Werk.

Schon nach wenigen Augenblicken steht fest, das Albumcover hat nicht zu viel versprochen, denn die ersten beiden Stücke nach dem „Intro“ „The Enigma Of Fate“ und „The Calling“ preschen straight in guter Black Metal Manier voran. So wechseln sich thrashend treibendes Schlagzeug mit dezent doomartig das Tempo verschleppenden Gitarren und im Hintergrund agierenden, symphonischen Keyboards ab, dass man die neue Entdeckung aus Norwegen gemacht zu haben glaubt. Aber im Falle von Martriden ist das weit gefehlt, denn die sechs Jungs stammen nicht etwa aus einem nördlich von uns gelegenen skandinavischen Land, sondern aus dem nördlichen Teil der Vereinigten Staaten von Amerika, genauer aus Montana. Unbestritten jedoch ist, dass ihre großen Vorbilder im Norden des Alten Kontinents begraben liegen, um mit Opeth, Emperor, Enslaved, Meshuggah und Old Man's Child nur ein paar zu nennen. Weswegen es kaum verwundert, dass es im Zweiteiler „Ascension“ um einiges verspielter und düster episch wird. So wartet „Ascension Part 1“ mit sehr melodisch groovenden Gitarren und schleppend, stampfenden Drums auf, welche ein episches Pagan Metal Feeling aufkommen lassen. Besonders eindrucksvoll gestaltet sich durch den akustischen und Kriegstrommeln rührenden Einstieg der episch hymnische zweite Teil, der sehr schnell an einige exquisite Vertreter der skandinavischen Black Folk Metal oder Pagan Fraktion erinnert und vollständig instrumental gehalten ist. In ähnlicher Weise tritt auch „A Season In Hell“ auf, das den Spagat zwischen mörderischen Blastbeats und Melodienreichtum mühelos schafft. Meist bewegt sich THE UNSETTLING DARK im unteren Midtempo Bereich, zumindest was die Gitarren angeht. Aber Vorsicht, wenn wie in „The Unsettling Dark“ oder „Prelude“ die Blastbeats einmal losgelassen, dann nämlich knüppeln die Amis die Nackenmuskulatur ohne Rücksicht auf Verluste gnadenlos nieder und sprichwörtliche Schlagzeuginfernos stampfen alles in Grund und Boden – so wie man es eben von der norwegischen Schule her kennt und liebt. Anstelle eines Rausschmeißers haben uns Martriden mit „Immaculate Perception“ zum Ausklang ein wunderbares akustisches Instrumental anzubieten, welches noch einmal ein großes Ausrufezeichen hinter dieses Debüt setzt.

Fazit: Ein verdammt starkes Melodic Black Metal Album liefern die US-Amerikaner von Martriden mit THE UNSETTLING DARK ab, welches sich, wie man so schön sagt, vor seiner Konkurrenz bzw. seinen Idolen namentlich aus der skandinavischen Dunkelheit nicht zu verstecken braucht. Ein Anwärter auf die oberen Plätze.


Tracklist:
1. Intro
2. The Enigma Of Fate
3. The Calling
4. Ascension Part 1
5. Ascension Part 2
6. Processional For The Hellfire Chariot
7. The Unsettling Dark
8. Prelude
9. A Season In Hell
10. Immaculate Perception

Anspieltipps: The Calling, Ascension, Prelude, A Season In Hell

Line-Up:
Michael Cook – Gesang
Kyle Howard – Keyboards, Gitarre, Gesang
Shane Howard – Gitarre, Gesang
Will Thackeray – Gitarre, Gesang
Chad Baumgardner – Bass

DISCOGRAPHY:

2006 – Martriden (EP)
2008 – The Unsettling Dark


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Martriden - The Unsettling Dark (CD-Review)

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