Squealer-Rocks.de CD-Review
Northern Kings - Reborn

Genre: Melodic Metal
Review vom: 27.01.2008
Redakteur: Reaper
Veröffentlichung: 01.02.2008
Label: Warner Music



Es gibt Veröffentlichungen, bei denen man sich wirklich fragen muss, ob sie die Welt braucht, oder nicht. Gewohnheitsgemäß zählen hier schon aus Prinzip Alben dazu, auf denen sich bekannte oder weniger bekannte Musiker an Songs ihrer Kollegen versuchen beziehungsweise vergehen – die Rede ist von Coveralben und ein eben solches ist REBORN von den Northern Kings, die sich aus vier, insbesondere in ihrem Heimatland Finnland sehr bekannten, Sängern zusammensetzen: Tony Kakko von Sonata Arctica, Marco Hietala von Tarot, Jarkko Ahola von Teräsbetoni und Juha-Pekka Leppäluoto von Charon.
Diese vier Meister des finnischen Metals, die teilweise so etwas wie einen Popstar-Status in ihrer Heimat genießen, laden ein zu einer Reise durch die kunterbunte Welt des 80er Pop und Rock. Vorhang auf und Spot(t) an.

Was soll man zu einem Album schreiben, das die Tophits eines ganzen Jahrzehnts beinhaltet? Gut, man könnte die Northern Kings Versionen mit den Originalen vergleichen und eklatantes Versagen oder Genialitäten herausarbeiten, aber dies dürfte dem Gros der Zielgruppe nur wenig über die Qualitäten von REBORN – was im übrigen ein durchaus passender Name ist – sagen, da man sich, wie zuvor erwähnt, immer über Sinn und Zweck solcher Veröffentlichungen streiten kann. Dennoch will ich mich mal in die Nesseln setzen und attestieren, dass den vier Finnen einige durchaus starke Metalversionen der 80er typisch teils übersynthetisierten Liedern gelungen sind, ohne ihnen ihren Charakter vollkommen zu nehmen.

Was REBORN tatsächlich ausmacht ist nicht alleine die Auswahl der bekannten Hits aus den 80ern, sondern die starke Gesangsleistung der doch sehr unterschiedlichen Sänger, denn den Höhen von Kakko und Ahola stehen die Tiefen von Hietala und Leppäluoto entgegen, welche sich zu einem fast schon klassischen (opernhaften) Bild fügen.
So tritt die besondere Stärke der Coverversionen dann zutage, wenn wie in „Don’t Stop Believin’“ oder „We Don’t Need Another Hero“ alle vier Sänger im Refrain einen Chor bilden und untermalt von Keyboards sowie Gitarren die Stücke schmissig, modern und raumgreifend aus den Boxen schallen, wodurch dieses gewisse, zuvor erwähnte, poppige Element der Orginale durchscheint und den Songs die eingängige Würze verleiht. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass keines der Stücke einen Totalausfall darstellt - selbst die zigste Version von „Rebel Yell“ in ein Gothic Gewandt gehüllt klingt dadurch nicht mehr ganz so verbraucht.

Fazit: Ob sie nun Highspots im Februar oder eher Spott ernten werden für ihre metallische Adaption diverser Hits der 80er, das hängt von der jeweiligen Sichtweise ab. Unterhaltungs- oder Partywert hat REBORN von den Northern Kings allemal, besonders wenn man die 80er aus musikalischer Sicht mehr oder weniger verpasst hat. Jedoch ein Konzeptwerk mit Eigenkompositionen wäre bei der Stärke dieser Sänger um einiges interessanter gewesen – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

PS.: In Finnland hat das Album mittlerweile schon Gold-Status erreicht… können so viele Finnen spinnen?


Tracklist:
1. Don't Stop Believin' (Journey)
2. We Don't Need Another Hero (Tina Turner)
3. Broken Wings (Mr. Mister)
4. Rebel Yell (Billy Idol)
5. Ashes To Ashes (David Bowie)
6. Fallen On Hard Times (Jethro Tull)
7. I Just Died In Your Arms (Cutting Crew)
8. Sledgehammer (Peter Gabriel)
9. Don't Bring Me Down (Electric Light Orchestra)
10. In The Air Tonight (Phil Collins)
11. Creep (Radiohead)
12. Hello (Lionel Richie)
13. Brothers In Arms (Dire Straits)

Anspieltipps: We Don’t Need Another Hero, I Just Died In Your Arms, Brothers In Arms

Die Sänger:
Tony Kakko – Heavenconqueror
Marco Hietala – Battlecrawl
Jarkko Ahola – Warcry
Juha-Pekka Leppäluoto – Oceanborn

DISCOGRAPHY:

2008 - Reborn
2008 - Rethroned (released in Finnland)

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