Squealer-Rocks.de CD-Review
ShamRain - Goodbye To All That

Genre: Dark Rock
Review vom: 31.12.2007
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label: Spikefarm



Eigentlich war das Jahr 2007 viel zu schön, um es mit düsterer, ja fast schon eine Hoffnungslosigkeit verkörpernden Musik aus den nördlichen Regionen unseres Kontinents abzuschließen. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof (aus Metaller-Sicht würde ich mal sagen „zum Glück“) und die seit 2002 Alben veröffentlichenden Finnen von ShamRain sind bei weitem nicht das schlechteste Mittel, um in wenigen Stunden voller Elan in ein neues Jahr zu starten. Ganz im Gegenteil: GOODBYE TO ALL THAT (wie passend tituliert) entpuppt sich in Windeseile als ein superbes ruhiges, absolut bodenständiges, aber von unzähligen Highlights gesegnetes Album, das sich vor den etablierten Acts des Genres keineswegs verstecken muss.

Doch so eilig haben wir es nun auch wieder nicht. Vorsorglich zünde ich eine Kerze an, entwende den teuersten Rotwein aus dem Keller der Eltern und lade meine Herzallerliebste in meine, noch immer von einer weihnachtlichen Besinnlichkeit durchzogenen, Räumlichkeiten ein. Der Rahmen, um GOODBYE TO ALL THAT in der richtigen Atmosphäre genießen zu können, wäre somit abgesteckt. Alles andere besorgt der opulente, gerne mal von Keyboards ausschraffierte Dark Rock der Nordmänner, welcher sich irgendwo zwischen Radiohead und den neueren Anathema einpendelt. Hauptsache gemütlich und nicht allzu sperrig!

Wären Thom Yorke und Co. kurzweilige, aufwühlende Kracher wie „Raindrops“, das mit A NATURAL DISASTER Zitaten geschmückte „Ghosts I See“ oder „Passing Shadows“ geglückt, hätten sich die Briten die abenteuerlichen Vermarktungsstrategien für das neueste Werk IN RAINBOWS wohl sparen können. Mal Hand aufs Herz: Von den ernannten „Könige“ des Düster-Rocks fungiert doch lediglich das Debüt PABLO HONEY als Referenzwerk. Aber zurück zu ShamRain: Nicht unerwähnt bleiben darf nämlich die Gesangsleistung von Mika Tauriainen, der ganz dezent und im mittleren Tonbereich befindlich jedes Herz erreicht, ohne zu kitschigen und im Land der 1.000 Seen oftmals verwendeten Gothic-Tricks (Stichwort HIM, Negative oder Lovex) zu greifen.

Fazit: Auch die Tatsache, dass man ShamRain klanglich sicher nicht in den finnischen Wäldern, sondern eher auf den britischen Inseln ansiedeln würde, schmälert nicht den Gesamteindruck des dritten Longplayers des Quintetts, das sich mit diesen zehn sagenhaften und getragenen Songs endgültig ins obere Drittel vorspielen wird.
Fragt meine Freundin!

Tracklist:
1. Holding The Earth
2. Raindrops
3. Ghosts I See
4. Passing Shadows
5. Shallow Delusion
6. Stars Will Fall
7. Silent Lullaby
8. Evangeline
9. No One Remembers Your Name
10. Goodbyes Painted Black

Anspieltipps: Raindrops, Passing Shadows, Evangeline

Band Line-Up:
Mika Tauriainen – Gesang
Kalle Pyyhtinen – Gitarre
Mikko Kolari – Gitarre
Matti Reinola – Bass, Keyboards
Janne Jukarainen – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2002 – Pieces (MCD)
2003 – Empty World Excursion
2004 – ShamRain (EP)
2005 – Someplace Else
2007 – Goodbye To All That


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ShamRain - Goodbye To All That (CD-Review)

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