Squealer-Rocks.de CD-Review
Gary Hughes - Veritas

Genre: Melodic Rock/AOR
Review vom: 18.12.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Frontiers Records



Lange, lange ist’s her, dass die Fans von Gary Hughes mit einem Soloalbum, des Sängers der Melodic Rocker von Ten, verwöhnt wurden. Ganze neun Jahre hat sich der Brite Zeit gelassen, um seinen Anhängern neues Solomaterial zu kredenzen. Und ich muss wirklich sagen, was Herr Hughes da auf CD gebannt hat, lässt sich sehr gut hören.

Aber mal ehrlich, Damen und Herren. Erwartet man etwas anderes von einem Künstler, der seine Duftmarken, auch außerhalb seines Heimathafens Ten, so erfolgreich gesetzt hat, wie Gary Hughes? Die Antwort kann hier nur „nein!“ lauten, denn Hughes ist ja nicht nur ein Ausnahmesänger, sondern auch ein gefragter Produzent. Hier trat er unter anderem als Knöpfchendreher der ersten drei Bob Catley (Magnum) Soloalben in Erscheinung. Ein Mann mit besonderen Fähigkeiten er ist, junge Padavane!

Also direkt ins Getümmel. Gary und seine Jungs bieten dem Hörer auf „Veritas“ eine große stilistische Bandbreite. Von flotteren Melodic Tracks wie dem Opener und Titletrack „Veritas“ über 80er Jahre Keyboard dominierte Songs der Marke „I pray for you“ (das hätte auch bei Miami Vice gut reingepasst!) bis hin zu wunderschönen AOR Balladen wie „The everlasting light“ ist auf „Veritas“ eigentlich für jeden Rock Fan was dabei. Die große Stärke der Songs liegt meines Erachtens in den schönen Melodien, die manchmal etwas unspektakulär wirken, aber trotzdem immer sofort ins Ohr gehen. Das gilt für die Refrains sowieso, aber auch die Bridges und Strophen sind hochmelodisch und immer dem entsprechenden Song angepasst komponiert worden. Zugegeben, in der Strophe von „In my head“ bewegt sich Herr Hughes sehr, sehr nahe in der Gegend von Linkin’ Park. Und das war auch schon fast alles, was es an „Veritas“ zu meckern gibt.

Der einzige Track, der wirklich an den Nerven zerrt, ist das über acht Minuten lange „Synchronicity“. Mir gehen die ewigen „Nananana“ Chöre (bei „The emerald sea“ stören sie komischerweise überhaupt nicht!) bei dem Song extrem auf den Zeiger. Da es sich ja um Chöre handelt, kehren die natürlich alle Nase lang wieder um den Hörer zu erfreuen. Ich bin nicht wirklich begeistert und frage mich, ob das ein pädagogisch wertvoller Versuch sein soll, schon Kleinkinder an Rock und Metal zu gewöhnen, im Sinne der klassischen Konditionierung. Wenn dem so ist, habe ich nix gesagt! Natürlich ist die Sache mit den Chören meine zutiefst subjektive Wahrnehmung, weshalb hier jeder selbst entscheiden sollte.

Wer darüber hinwegsehen kann, wird auch bei „Synchronicity“ von der wirklich einmaligen Stimme von Gary Hughes gefangen genommen. Der Protagonist versteht es vorzüglich seine Stimme in den Vordergrund zu stellen, ohne penetrant zu wirken. Außerdem verfügt Gary Hughes über die Fähigkeit, seine Stimme sowohl bei den härteren Songs wie „Veritas“ als auch bei wunderschönen (Rock) Stücken wie „Wide awake in dreamland“ oder „I know it’s time“ so in Szene zu setzen, dass es zu jeder Sekunde authentisch und nicht aufgesetzt klingt. Sehr schön gemacht, Herr Hughes!

Was heißt das alles jetzt also für „Veritas“? Gary Hughes hat ein saustarkes Soloalbum ins Rennen um die vorderen Plätze in den Melodic Rock/AOR Jahrespolls geschickt. Fans von Ten oder seinen bereits veröffentlichten Scheiben, können hier blind zu greifen! Für Befürworter der oben genannten Musikrichtungen ist „Veritas“ auch zu empfehlen! Starke Scheibe, die sowohl rockig als auch einfach nur schön ist!
Anspieltipps: Veritas, Wide awake in dreamland, I pray for you



Tracklist:
1. Veritas
2. See love through my eyes
3. In my head
4. Time to pray
5. Wide awake in dreamland
6. I pray for you
7. Synchronicity
8. Strange
9. All I want is you
10. I know it’s time
11. The emerald sea
12. The everlasting light


Line-Up:
Gary Hughes – Vocals, backing vocals, keyboards
Johnny Gibbons – Guitar
Chris Francis – Guitar
John Halliwell – Guitar
Rick Stewart – Bass
Simon Brayshaw – Bass
Jason Robinson – Drums
Dave Ingledew - Drums

DISCOGRAPHY:

1989 - Big Bad Wolf
1990 - Strength Of Heart
1992 - Gary Hughes
1998 - Precious Ones
2003 - Once & Future King - Part 1
2003 - Once & Future King - Part 2
2007 - Veritas

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