Squealer-Rocks.de CD-Review
Dreamscape - 5th Season

Genre: Progressive Metal
Review vom: 04.11.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen.
Label: Massacre Records



Dreamscape sind in der Progressive Metal Szene beileibe kein unbeschriebenes Blatt mehr, können die Jungs aus der bayrischen Landeshauptstadt doch bereits vier Veröffentlichungen auf ihrem Haben Konto für sich verbuchen. Vor allem das letzte Album „End of silence“ aus dem Jahr 2004 konnte in der Presse gute Kritiken einfahren. Jetzt liegt also die neue Scheibe „5th season“ vor uns im Player und rotiert schon eine ganze Weile…

Gleich zu Beginn von „5th season“ fällt auf, dass Dreamscape die Schwerpunkte in ihrer Musik zu gleichen Teilen auf progressive Songstrukturen, wie auch auf den Metal Anteil legen. Das funktioniert (fast) hervorragend, wie der Opener „Fed up with“ beweißt. Gleichermaßen hart und vertrackt geht es ohne Intro direkt zur Sache. Aber genau diese Vertracktheit geht hier leider zu Lasten der Melodien, die erst nach dem zweiten oder dritten Durchlauf im Ohr bleiben. Für eine Albumeröffnung ist so was natürlich nicht wirklich geeignet und eher unglücklich gewählt. Da kommt der Nachfolger „Borderline“ schon eingängiger aus den Boxen. Nicht weniger abwechslungsreich als „Fed up with“, kann der Track aber mit einem schönen Refrain aufwarten und kommt insgesamt irgendwie relaxter daher.

Die beiden Songs sind die perfekte Einleitung für den fast fünfzehn Minuten langen Titeltrack „5th season“. Hier schlägt das Progger Herz natürlich höher. Verschiedene Tempo- und Rhythmuswechsel halten den Song interessant und es wird den Instrumenten genügend Platz gelassen, sich solo mäßig zu entfalten. Zwischen harten Metalpassagen und zarten Pianoklängen wird auch dem Gesang die Möglichkeit gegeben sich richtig in Szene zu setzen. Eindeutig ein Highlight der Platte! Nach „5th season“ kommen die folgenden „Déjà-Vu“ und „Somebody“ einem schon beinahe wie Easy Listening Musik vor. Ist aber natürlich nicht der Fall. „Déjà-Vu“ hat einen ganz klaren Symphony X Touch mit auf den Weg bekommen und kann zwar mit deren neuem Götterwerk nicht ganz mithalten, qualitativ könnte das Lied sich aber auch auf „Twilight in Olympus“ gut machen. „Somebody“ hingegen ist sogar noch etwas straighter, rockiger und eingängiger. Zudem haben Dreamscape dem Song einen richtig starken Refrain verpasst. Ebenfalls ein Highlight!

Um nicht zu langweilen, verzichte ich hier auf detaillierte Beschreibungen des Restmaterials auf „5th season“. Die Qualität der anderen Songs steht der der oben beschriebenen Tracks in nichts nach (mit „Farewell“ befindet sich am Ende von „5th season“ sogar noch eine schöne Ballade, die vom Gesang her sogar an Musicals erinnert!). Die im Infoflyer erwähnte Nähe von Dreamscape zu Bands wie Dream Theater, Vanden Plas oder eben Symphony X lässt sich nicht leugnen. Die Münchner sind aber klug genug, nicht zu einem Plagiat zu werden. Zudem taugen solche Vergleiche ja meist sowieso nur dazu, dem Hörer ein ungefähres Bild zu geben.

Aber noch mal kurz zu Dreamscape: Fans der Band können die Scheibe bedenkenlos kaufen und Leute, die die oben erwähnten Bands mögen, sollten auch reinhören!

Zum Schluss gibt es aber auch noch was zu meckern. Und zwar geht es um diese unsäglichen „Voice over“ Geschichten, bei denen ein Sprecher diverse Male im Song anmerkt, wessen Eigentum die zu besprechende Promo eigentlich ist. Durch dieses ewige dazwischen Gerede geht einem die Lust auf ein gutes Album wie Dreamscape’s „5th season“ gehörig ab und da macht das Review schreiben dann auch nicht wirklich Spaß. Musikpiraterie hin oder her, eine objektive Beurteilung wird durch derartige „Maßnahmen“ eigentlich unmöglich und ist der Band gegenüber auch nicht gerade fair. Vielleicht sollten die Verantwortlichen sich mal überlegen, ob sie sich mit so was einen Gefallen tun. Den Bands sicherlich nicht!



Tracklist:
1. Fed up with
2. Borderline
3. 5th season
4. Déjà-Vu
5. Somebody
6. Phenomenon
7. Different
8. Point zero
9. Farewell


Line-Up:
Mischa Mang – Vocals
Ralf Schwager – Bass
Michael Schwager – Drums
David Bertok – Keyboards
Wolfgang Kerinnis – Guitars

DISCOGRAPHY:

1997 – Trance like state
1999 – Very
2004 – End of silence
2005 - Revoiced
2007 – 5th season


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Dreamscape - 5th Season (CD-Review)

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