Squealer-Rocks.de CD-Review
Tephra - A Modicum Of Truth

Genre: Progressive Dark Doom Metal
Review vom: 02.10.2007
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: 05.10.2007
Label: Riptide



Was 1987 mit dem Erscheinen des ersten Neurosis Albums PAIN OF MIND noch müde belächelt, Jahre später als Post-Hardcore gefeiert und von, dem Doom-Bereich nahe stehenden, Acts wie Cult Of Luna und Isis zu Beginn des 21. Jahrhunderts weiter verfeinert wurde, hat mittlerweile nicht nur Scharen an Nachahmern gefunden, sondern wird bis zur Perfektion vorangetrieben. Nach den alles erfrieren lassenden Finnen von Callisto schicken sich nun die aus Berlin und Braunschweig stammenden Tephra an, um mit ihrem Debüt A MODICUM OF TRUTH Deutschlands erstes düster progressives, hart metallisches Flaggschiff auf die Beine zu stellen.

Dass dieses Flagschiff nichts mit dem von Braunschweig über Wolfsburg nach Berlin brausenden ICE, der diese Strecke in anderthalb Stunden meistert, gemein hat, schließt sich bei den von Neurosis und allen voran Cult Of Luna gegebenen Attributen aus. Die Ruhe und die Beharrlichkeit, das Versinken in eine ausweglose Dunkelheit, das Innehalten und die Verbildlichung von instrumentalen Akzentuierungen sind die Schlüssel des Erfolgs. Ungestüme Brachialität und Hochgeschwindigkeitskriegen muss man woanders suchen, auf A MODICUM OF TRUTH findet man sich jedenfalls nicht. Stattdessen erfreut sich jeder Kunstliebhaber an einer perfekt abgestimmten Symbiose, die von, auf orkanartige Soli getrimmten, Gitarren lanciert wird und ein dich frösteln lassendes Ambiente entstehen lässt. Das Ganze wird schließlich noch mithilfe von doomigen Versatzstücken und naturellen Effekten (beispielsweise Wind) gestreckt. Schleppend, erdrückend! Und dann kommt der erdolchte, qualvolle, sich überhaupt nicht an musikalischen Vorgaben orientierende Gesang...

Stellt euch ein fürs Wohnzimmer angedachtes Gemälde vor, das eine unberührte und wunderschöne Winterlandschaft zeigt. In dieses Bild tritt urplötzlich ein völlig deplaziert wirkender Angeschossener, der die Szenerie blutrot färbt. Sänger Ercüment macht's mit seinen inbrünstigen Grunzgesängen möglich und doch passt im Falle von A MODICUM OF TRUTH alles zusammen.

Selbst als langjähriger Rezensent tut man sich bei dieser musikgewordenen Schönheit und Eleganz verdammt schwer die richtigen Worte zu finden. Wo setze ich an? Gehe ich ins Detail, dann müssen wir Squealer-Rocks.de wegen einem zu hohen Datenaufkommen vom Netz nehmen. Bleibe ich zu oberflächlich, fühle ich mich schlecht, weil Tephra unter Umständen nicht ins richtige Licht gerückt worden sind. Die Wahrheit muss ich, während ich 20 Euro ins Phrasenschwein zahle, irgendwo in der Mitte suchen.

Deswegen gehen wir auch gleich zum Fazit über. Wer einfach mal vor wuchtigen, reichhaltigen und sehr durchdachten Kompositionen, die bis zu 13 Minuten füllen können, in die Knie gehen will, kommt an A MODICUM OF TRUTH, dem (man glaubt es kaum) Debüt von Tephra, nicht vorbeikommen.
Alles Weitere müsst ihr am eigenen Leib erfahren!

Tracklist:
1. Apollo
2. Big Black Mountain
3. Changes
4. A Modicum Of Truth
5. Until The End
6. Rivers Eyes
7. Crossways
8. Wolfs Chamber
9. Clearance
10. Lost One
11. In The Valley

Band Line-Up:
Ercüment – Gesang, Gitarre
Alex – Gitarre, Xylophon
Aaron – Bass
Vinod – Schlagzeug, Percussion
Florian – Keyboards, Samples, Crumar

DISCOGRAPHY:

2007 – A Modicum Of Truth

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