Squealer-Rocks.de CD-Review
Overkill - Immortalis

Genre: Thrash Metal
Review vom: 27.09.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 05.10.2007
Label: Bodog Music



Welchem Metaller soll/muss man noch etwas über Overkill erzählen? Stimmt. Eigentlich niemandem, denn Alben wie „Feel the fire“, „Taking over“ oder „The years of decay“ sollten jedem Metaller auf der Zunge zergehen und für sich sprechen. Die Jungs haben Klassiker geschrieben. Aber nachdem die Haudegen von Overkill nach dem grandiosen „W.F.O.“ Album einige musikalisch nicht so berauschende Werke abgeliefert hatten (u.a. „Necroshine“) und man sich ernsthaft fragen musste, ob Overkill es noch können, kamen sie beeindruckend stark mit „Killbox 13“ und vor allem „Relix IV“ zurück. Das war vor 2 Jahren und nun liegt mit „Immortalis“ der nächste Longplayer der Metal Institution um Bobby „Blitz“ Ellsworth und D.D. Verni vor.

Die Bange Frage, ob Overkill das Niveau der Vorgänger mit „Immortalis“ würden halten können, oder ob man qualitativ erneut einen Schritt zurück machen würde, stellt sich zum Glück nicht. Gleich der Opener „Devils in the mist“ glänzt mit einer Mischung aus speedigem Thrash Metal und groovigen Midtempo Passagen. In seiner Intensität hätte „Devils in the mist“ sicherlich auch auf „The years of decay“ eine gute Figur abgegeben. Gelungener Einstieg, meine Herren! Das folgende „What it takes“ nimmt zwar etwas den Fuß vom Gaspedal, gibt aber zusammen mit dem Opener die Marschrichtung von „Immortalis“ vor.

Wobei man ganz klar sagen muss, dass die Songs nicht aufzuteilen sind in „die Schnelleren“ und „die Groovigeren“. Die Stücke auf Overkills neuem Album leben von der Abwechslung und des in einander Greifens eben dieser Komponenten. Ein Song wie etwa „Skull and bones“ lebt zudem noch von einer Portion Doom, die für den Sound der New Yorker ja auch unverzichtbar ist. Natürlich gehören zu diesem Gesamtbild auch die für Overkill typischen Nackenbrecher, die im Mid- bis Uptempo Bereich angesiedelt sind und die Nackenmuskulatur schon seit jeher arg in Mitleidenschaft gezogen haben, wie es heuer zum Beispiel bei „Shadow of a doubt“ der Fall ist. Die sehr fette Produktion sorgt natürlich dafür, dass die Songs im rechten Licht erscheinen und an allen Enden bedrohlich aus den Boxen knallen.

Bei den ganzen positiven Aspekten und den starken Songs auf „Immortalis“ fällt es auch nicht negativ ins Gewicht, dass „Walk of fire“ vom Riffing her latent an eine Mischung aus AC/DC und Exodus erinnert. Selbstredend wird hier nicht einfach frech geklaut, sondern eher der eigene Sound um weitere Nuancen erweitert. Was allerdings nicht so ganz funktionieren will, ist Blitz’ Stimme, wenn er, wie bei „Hellish pride“, sich an cleanen Gesangslinien versucht. Hier fehlt eindeutig der Kick Ass Faktor und Blitz klingt wie eine erkältete Mischung aus Mark „The shark“ Shelton und Peter Steele aus Essen. Dies sei nur am Rande erwähnt, denn den Gesamteindruck schmälert dieser Kritikpunkt sicherlich nicht.

Alles in allem haben Overkill mit „Immortalis“ (trotz der kleinen Abzüge in der B-Note) also ein starkes Stück Thrash Metal auf den ohnehin 2007 nicht schlecht besetzten Markt geworfen. Fans der Band können hier blind zugreifen und Thrasher sollten auch unbedingt reinhören! Starkes Album, meine Herren!
Anspieltipps: Devils in the mist, Shadow of a doubt, Chalie get your gun



Tracklist:
1. Devils in the mist
2. What it takes
3. Skull and bones
4. Shadow of a doubt
5. Hellish pride
6. Walk through fire
7. Head on
8. Chalie get your gun
9. Hell is
10. Overkill V (the brand)

Line-Up:
Bobby „Blitz“ Ellsworth – Vocals
D.D. Verni – Bass
Dave Linsk – Guitars
Derek Tailer – Guitars, backing vocals
Ron Lipnicki - Drums


DISCOGRAPHY:

1983 - Power in Black (Demo)
1984 - Rotten to the Core (Demo)
1984 - Feel the Fire (Demo)
1985 - Feel the Fire
1987 - Taking Over
1988 - Under the Influence
1989 - The Years of Decay
1991 - Horrorscope
1993 - I Hear Black
1994 - W. F. O.
1996 - The Killing Kind
1997 - From the Underground And Below
1999 - Necroshine
1999 - Coverkill
2000 - Bloodletting
2003 - Killbox 13
2005 - RELIXIV
2007 - Immortalis
2010 - Ironbound

SQUEALER-ROCKS Links:

Overkill - Immortalis (CD-Review)
Overkill - Ironbound (CD-Review)

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