Squealer-Rocks.de CD-Review
Vendetta (ENG) - Tyranny Of Minority

Genre: Heavy Metal/Hard Rock
Review vom: 25.09.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen.
Label: Lion Music



Wow, da hat der Text des Promoflyers ja endlich einmal nicht maßlos übertrieben, sondern den musikalischen Inhalt der zu besprechenden CD auf den Kopf treffend genau beschrieben. Was Vendetta (die nicht mit den deutschen Thrashern zu verwechseln sind), die neue Band von Saitenhexer Edward Box, auf ihrem Debütalbum „Tyranny of minority“ vom Stapel lassen, ist tatsächlich Metal im klassischen Sinn und hätte auch gut und gerne in den 80ern auf den Markt kommen können.

Solch eine Aussage ist heute aber keine Auszeichnung mehr, sondern eher negativ gemeint und suggeriert, dass die Band nicht „up-to-date“ ist, altbacken klingt und, im nicht mehr ganz so neuen Millennium, sowieso nichts mehr reißen kann. Zugegeben, vor dem Problem stehen Edward Box und seine Sidekicks auch, da ihr auf der NWOBHM basierender, mit dezenten (US-) Hard Rock Einflüssen versehener, Metal alles andere als innovativ ist und auch sicherlich nicht einen neuen Boom im traditionellen Metal Bereich auslösen wird. Was macht die Scheibe also trotzdem hörens-, bzw. kaufenswert?

Nun, da ist vordergründig natürlich das Gitarrenspiel von Herrn Box und seinem Partner Pete Thompson, die sich die Bälle innerhalb der Songs gekonnt zuspielen, ohne sich zu sehr in Solo Eskapaden zu verlieren. Da ist natürlich auch die Rhythmusgruppe mit Gary Foalle (Bass) und Session Drummer Mick Robinson, die den Songs den nötigen Drive „unten rum“ geben und perfekt zusammen spielen. Auch die Vocals von Edward kommen zu keinem Zeitpunkt langweilig, dröge oder gar überladen daher. Er besitzt eine Stimme die angenehm ist und perfekt zu den Songs auf „Tyranny of minority“ passt. Musikalisch gibt es hier also nichts zu meckern, da die Jungs allesamt Profis sind und man merkt, wie viel Herzblut sie in das Album gesteckt haben. Last but not least sind es hier aber die Songs die überzeugen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob man schnellere Tracks wie „Bones to dust“ oder langsamere der Marke „Doorways of the mind“ (welcher sehr hypnotisch daher kommt) heraus nimmt. Man greift quasi immer in die Vollen. Gradlinige Metal Stücke vom Schlag des Openers „Generation kill“ oder AC/DC beeinflusste Rocker wie „Golden boy“ verleiten einen dazu, schon beim ersten Hören mit dem Kopf im Takt zu nicken und mit dem Fuß zu wippen. Hinzu kommen groovigere und sperrige Stücke („Plastic god“; „No safe hole“), die den Fluss der Platte aber in keiner Weise stören, sondern höchstens für den nötigen Abwechslungsreichtum sorgen.

Vendetta haben mit „Tyranny of minority“ sicherlich keinen Metal Klassiker aufgenommen, dafür aber ein klassisches Metal Album, dass beim Hören Spaß macht und ein genussvoller Trip in die Vergangenheit ist, ohne dabei melancholische Gefühle zu wecken. „Tyranny of minority“ ist ein Album bei dem man schon während des ersten Durchlaufs merkt, dass man die Scheibe definitiv öfter auflegen wird. Freunde des oben beschriebenen Metals sollten auf jeden Fall reinhören, weil die CD wirklich enorm Spaß macht!
Anspieltipps: Generation kill, Bones to dust, Window of the soul



Tracklist:
1. Archangel
2. Generation kill
3. I executioner
4. Doorways of the mind
5. Golden boy
6. Red skies
7. Plastic god
8. Bones to dust
9. Lost cause
10. All fall down
11. No safe hole
12. Window of the soul


Line-Up:
Edward Box – Guitars, vocals
Pete Thompson – Guitars
Gary Foalle – Bass
Chris Higgins – Drums


Special guest:
Mick Robson – Drums (for recording only)

DISCOGRAPHY:

2007 - Tyranny Of Minority

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