Squealer-Rocks.de CD-Review
[soon] - Without A Trace

Genre: Gothic Metal
Review vom: 18.09.2007
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: 24.09.2007
Label: Oscillation Music



Wäre ich in meinem Rezensentenjob nicht an feste Veröffentlichungstermine gebunden, könnte ich problemlos ohne Kalender durchs Jahr kommen. Was mich zu dieser Annahme veranlasst? Ganz einfach: Kaum werden die Tage wieder kürzer und die allgemeine Stimmung trüber taucht an jeder dunklen Straßenecke eine ebenso düster veranlagte Combo auf, die einen seelisch und moralisch auf den bevorstehenden Winter vorbereitet. Eine davon: [soon] (die eckigen Klammern gibt’s wahrscheinlich nur, um in der einen oder anderen alphabetischen Anordnung oben zu stehen), die nach ihrem vielerorts euphorisch gefeierten Debüt END ISOLATION nun endgültig in die Gothic Metal Spitze vorpreschen möchten.

Damit diese u.a. vom „großen“ Metal Hammer bescheinigten Ambitionen auch in der großen weiten Welt der Gothic Sympathisanten (alle anderen klammere ich hiermit schon mal aus) auf einen nahrhaften Boden treffen, bündeln die Hamburger alle, sich in diesem Genre über die Jahre auszeichnenden Stärken zu einem imposanten Ganzen, das sich einem in Windeseile erschließt. Werft die melancholischsten Paradise Lost Alben zusammen mit der Radiotauglichkeit von Placebo und dem Facettenreichtum von Katatonia in einen Topf und rührt in diesem so lange herum, bis ein homogenes Gemisch entsteht – fertig ist eine sehr poppige Gothic Mixtur, die nicht nur bei Beerdigungsprozessionen eingesetzt werden muss.

In den von einer recht moderaten, teils dezente elektrische Spielereien beinhaltendem Instrumentierung geebneten Vordergrund drängt sich zweifelsohne Sänger Eric. Durch sein die mittleren Tonbereiche beackerndes, wenn auch recht selten aus den, sich in Zurückhaltung übenden, Gothic-Fugen herausbrechendes Stimmchen gewinnen die oftmals ähnlich strukturierte Songs wie die beiden Eröffnungsnummern „Grown Apart“ und „Gone“ zweifelsohne an Tiefe.

Bezieht man sich mal nur auf die von [soon] angepeilten Käuferschichten, handelt es sich bei WITHOUT A TRACE um eine (nahezu) fehlerfreie Scheibe, die angemessen bzw. dem Stimmungsbild angepasst produziert wurde und mit feschen, wahrlich kein Neuland betretenden, aber sehr gefälligen Kompositionen aufwartet (darunter der etwas explosivere Titeltrack und das, einen schönen Rhythmus sein Eigen nennende „A Step Forward“). Ob sich die vier womöglich einen Tick zu sehr um die Eingängigkeit bemühen, wage ich zu bezweifeln. Das passt schon!

Wen [soon] allerdings mit der – in meinen Augen – triefenden, ganze Seen vollheulenden Ballade „Nearly Fantasized“ erreichen wollen, wissen wohl nur (wenn überhaupt) sie selbst. Es gibt eben Dinge, die werde ich in diesem Genre nie verstehen... vielleicht ist das auch gut so!

Tracklist:
1. Grown Apart
2. Gone
3. Without A Trace
4. High Time
5. A Step Forward
6. Estrangement
7. Scope For Freedom
8. Nearly Fantasized
9. My Ideas
10. All I Wanted

Anspieltipps: Grown Apart, Without A Trace, A Step Forward

Band Line-Up:
Eric – Gesang
Lenny – Gitarre
Markus – Bass
7even – Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

2006 – End Isolation
2007 – Without A Trace


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[soon] - Without A Trace (CD-Review)

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