Squealer-Rocks.de CD-Review
Spellbound - Nemesis 2665

Genre: Thrash Metal
Review vom: 22.08.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen
Label: Armageddon Music



Ich muss ja gestehen, dass mich das Debütalbum „Incoming destiny“ von Spellbound, als ich es bei einem Kumpel hörte, nicht so wirklich vom Hocker gehauen hat. Geknallt hat die Scheibe sehr gut, da Andy Classen einen hervorragenden Job am Mischpult gemacht hat, aber die Songs haben mir nicht so zugesprochen. Es fehlte, meiner Meinung nach, der letzte „Aha“-Effekt. Egal, neues Album, neue Chance!

Andy Classen hat abermals einen ausgezeichneten Job gemacht und dem neuen Album „Nemesis 2665“ einen ausgezeichneten harten Sound verpasst. Die Gitarren kommen schön aggressiv und sägend daher und auch Bass und Schlagzeug erzeugen den nötigen Druck, der zum Thrash gehört wie die Grinsekatze ins Wunderland. Das wiederum kommt natürlich den neuen Songs der vier Spellbounder zu gute. Nachzuhören schon beim Opener „Pernicious alliance“. Der Song groovt richtig gut, so dass man gleich geneigt ist, die Nackenmuskeln ins Nirwana zu verabschieden und sich den Exodus beeinflussten Riffs hinzugeben. Gelungener Einstieg in die CD!

Generell fällt bei den Songs auf, dass Spellbound eher dem traditionellen US Thrash zugetan sind, als dem teutonischer Spielart. Obwohl, eigentlich stimmt das auch nicht so ganz. Die US Einflüsse stehen bei den Riffs einfach nur mehr im Vordergrund (passend hierzu gibt es mit „And then there were none“ zum Schluss noch eine Exodus Coverversion). Was die Melodieführung zwischen den Riffs, bei Tracks wie „Mindfucked“ betrifft, kann man sagen, dass die Jungs die letzten beiden Kreator Alben mehr als einmal im CD Player gehabt haben dürften. Die Momente mit den zweistimmigen Gitarren werden zum Glück nicht bei jedem Song eingesetzt, was den Gesamteindruck der Platte aufwertet und als Kontrastpunkt zu den knackigen Riffs hervorragend funktioniert.

Die Songs auf „Nemesis 2665“ sind definitiv ausgereifter und besser arrangiert als auf dem Vorgänger. Was auch daran liegt, dass Spellbound sich mehr Zeit genommen haben auch Details vernünftig auszuarbeiten (zum Beispiel das, an das musikalische Thema von Spielbergs „Jaws“ erinnernde, Mainriff von „The sharks varocity“). Hinzu kommt noch die Stimme von Sänger/Gitarrist Dave Meier, die er sehr variabel einsetzt. Mal klingt er entfernt wie Steve Souza (Ex-Exodus), dann wieder latent wie Mille (Kreator), aber immer darauf bedacht seiner Stimme eine eigene Note zu geben. Das kommt einem Song wie „Back in the thrash“, der sich anhört, als hätten sich Destruction, Exodus und Whiplash zum gemeinsamen thrashen getroffen, natürlich entgegen.

Das Highlight befindet sich aber am Ende der Platte. Mit dem knapp zehnminütigem „Celestial death/ Nemesis“ haben sich Spellbound quasi selbst übertroffen und ein richtig geniales Thrash Metal Epos (beginnend mit schönen atmosphärischen Gitarren) geschaffen, welches nicht nur alle Stärken von „Nemesis 2665“ bündelt, sondern auch durch einen latenten Sentenced (zu „Amok“ Zeiten) Einfluss in der Melodieführung zu gefallen weis. Grandioser Abschluss (wenn man den Coversong nicht einrechnet) einer wirklich guten Thrash Metal Platte!

Fazit: Spellbound haben sich im Vergleich zum Debüt enorm gesteigert und mit „Nemesis 2665“ ein ganz schönes Kaliber aufgefahren. 2007 ist definitiv ein sehr gutes Jahr für Thrasher im Allgemeinen und für Traditionalisten im Besonderen.
Anspieltipps: Mindfucked, Celestial death/Nemesis, Unsacred



Tracklist:
1. Pernicious alliance
2. Demons deadly sins
3. Unsacred
4. Look through the wall
5. In mourning
6. Mindfucked
7. The sharks varocity
8. Back in the thrash
9. Celestial death/Nemesis
10. And then there were none


Line-Up:
Dave Meier – Vocals, guitar
Daniel Tschoepe – Guitars
Hannes Jäger – Bass
Andy Flache - Drums


DISCOGRAPHY:

2006 - Incoming destiny
2007 - Nemesis 2665

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