Squealer-Rocks.de CD-Review
Spheric Universe Experience - Anima

Genre: Progressive Power Metal
Review vom: 09.08.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: Bereits erschienen.
Label: Sensory



Die Franzosen sind nicht nur bekannt dafür, die Gaumen der Restwelt kulinarisch zu verzücken. Nein, sie können auch mit exquisitem progressivem (Power) Metal aufwarten. Mit „Die Franzosen“ sind in diesem Fall Spheric Universe Experience gemeint (deren Name man betrunken besser nicht versuchen sollte auszusprechen), die mit „Anima“ ihr zweites Album vorlegen.

Die Band um Gitarrist Vince Benaim spielt ihren Progessive Metal mit Power Metal Schlagseite eigentlich recht straight runter. Wenn man so was in Bezug auf progressiven Metal überhaupt sagen kann. Fakt ist aber, dass Spheric Universe Experience versuchen ihre Kompositionen immer nachvollziehbar zu halten. Das gelingt in den meisten Fällen hervorragend, da vor allem die Refrain Passagen immer wieder dazu beitragen, im Ohr hängen zu bleiben. Einen großen Anteil hieran hat auch Sänger Franck Garcia, der zwar eine recht hohe Stimme besitzt, diese aber niemals nervig oder zu kitschig klingt, sondern auch nach dem Hören angenehm in Erinnerung bleibt.

Der Opener „Sceptic“ kommt schön gradlinig und weitgehend schnörkellos aus den Boxen. Basierend auf schnellen Doublebass Drums und harten Gitarren, werden die verspielten Elemente schön in den Song eingeflochten. Dem Sänger wird, wie oben schon angemerkt, genügend Platz zur Entfaltung gelassen, so dass „Sceptic“ nicht zu vertrackt erscheint (obwohl musikalisch natürlich höchsten Ansprüchen gerecht werdend). Das war aber nur der Auftakt, Freunde! Die anderen Songs sind um einiges komplexer, wie zum Beispiel das zwar kurze, aber umso heftigere Instrumental „Being“. Den Song kann man auch als quasi Intro zu „The inner quest“ sehen, da hier die Refrainmelodie schon unterschwellig von den Keyboards gespielt wird. Großartige Idee (wenn auch nicht neu), weil so einer der besten Songs der Scheibe würdig eingeleitet wird. Teilweise schnell, dann wieder groovig und vertrackt ist „The inner quest“. Vielschichtig, mit sehr präsenten Keyboards arrangiert und einem schon beinahe in den Speed Metal Bereich eintauchenden Refrain ausgestattet, kommt hier ein echter Hammer aus den Boxen. Richtig geiler Song!

Hiernach fällt „Nepunte´s revenge“ etwas ab, weil der Song nicht ganz so stark ist wie „The inner quest“. Über die ganze Distanz schön groovig und, nicht im Sinne von komplex, verspielt, zündet „Neptune´s revenge“ nicht so richtig. Irgendwie fehlt hier die letzte große Idee. Das kurze und sehr schön atmosphärische Instrumental „Stormy dome“ leitet dann so zusagen den zweiten Teil von „Anima“ ein. Hier wird die Scheibe dann grob betrachtet ein wenig sperriger, weil die Songs länger sind und aufgrund dessen natürlich, einer Prog Metal Band entsprechend, viel mehr Ideen in den Songs zu finden sind, wie etwa ruhige Momente („Questions“ zum Beispiel, besteht nur aus Gesang, Piano und atmosphärischen Keyboards), sehr vertrackte Rhythmen und Instrumentalpassagen oder auch längere Keyboard- und Gitarrensoli.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass die Spheric Universe Experience den melodischen Aspekt komplett ausschalten. Stücke wie „End of trauma“, „World of madness“ oder „The key“ wurden mit liebevoll ausgearbeiteten Melodien versehen, die sich hervorragend in den Prog Metal von Spheric Universe Experience einbetten und da sauwohl fühlen. Vor allem „The key“ ist der beste Song auf „Anima“! mit über zehn Minuten Spieldauer bietet er alles wonach das Prog Metaller Herz verlangt: Packende Riffs, fesselnde Instrumentalpassagen, schöne Melodien und ein Refrain der im Ohr bleibt wie Zweikomponentenkleber!

Meiner Meinung nach haben Spheric Universe Experience mit „Anima“ ein richtig gutes Prog Metal Album vorgelegt. Freunde von Symphony X oder auch Pain Of Salvation sollten den Franzosen auf jeden Fall eine Chance geben! Wer auf gute, stellenweise komplexe, Musik aus dem Prog Metal Bereich steht, ebenfalls!
Anspieltipps: The key, The inner quest



Tracklist:
1. Sceptic
2. Being
3. The inner quest
4. Neptune´s revenge
5. Stormy dome
6. World of madness
7. End of trauma
8. Heal my pain
9. Questions
10. The key
11. Black materia


Line-Up:
Franck Garcia – Vocals
Vince Benaim – Guitars
Fred Colomba – Keyboards
John Drai – Bass
Ranko Muller – drums


DISCOGRAPHY:

2003 - The Burning Box
2005 - Mental Torments
2007 - Anima


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