Squealer-Rocks.de CD-Review
Morbid Angel - Altars Of Madness

Genre: Death Metal
Review vom: 08.07.2007
Redakteur: Edewolf
Veröffentlichung: 1989
Label:



Ach ja, das Jahr 1989. Angesagt waren damals eher Thrash-Bands wie Protector, Holy Moses und natürlich Slayer und Kreator. Wer es härter mochte, hielt sich eher an Bands wie Napalm Death (kein Vergleich mehr zu den heutigen), Repulsion, Carcass und natürlich Terrorizer. Death hatten ihr zweites Album raus gebracht, Agent Orange stand in den Plattenläden, an das „Schwarze Album“ hat zum Glück noch niemand gedacht, Hansa-Pils kostete bei Plus 49 Pfennig und der Schumacher hieß Toni.

Aber dann machten sich vier Musiker aus Florida auf, die Welt des Death-Metal zu revolutionieren und für alle Ewigkeit zu beeinflussen. Dies passierte, indem Trey Azagthoth, Richard Brunelle, Pete Sandoval und David Vincent mit „Altars of Madness“ das Debutalbum vom MORBID ANGEL über die Welt herein brechen ließen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Band schon einige Lineupwechsel hinter sich. David Vincent und Pete Sandoval waren bis dahin bei Terrorizer aktiv.

Waren zu dieser Zeit die meisten Bands der härteren Gangart immer noch stark von Punk – und HardCore-Einflüssen geprägt, so war bei Morbid Angel sofort klar, dass es sich hierbei trotz einer Unmenge von Blastbeats um puren Metal handelt. Allerdings in einer Form, wie er bisher nicht da gewesen war. Die Riffs aus „Maze of Torment“, „Evil Spells“ und natürlich dem absoluten Hit „Chapel of Ghouls“ blieben sofort im Ohr hängen und bringen immer noch die Haare zum fliegen. Auch David Vincents Gesang, welchen man zwar als Growls bezeichnen kann, aber trotzdem klar und gut strukturiert ist und sich grundlegend von den damals angesagten Shoutern aus dem Grind- oder CrustCore unterschied.

Besonders auffällig war auch die extrem hohe Zahl von Soli, welche vom Stil eine hohe Eigenständigkeit aufwiesen und sich perfekt der Atmosphäre des jeweiligen Songs anpassen. Man hörte sofort, dass es sich trotz Debutalbums nicht um eine „Kellerband“ handelte. Die vier Jungs beherrschten schon zu dieser Zeit ihre Instrumente, und der auf der einen Seite brachiale, auf der anderen Seite doch recht klare Sound tat sein Übriges. Auch der gezielte Einsatz zweistimmiger Gitarren war zu dieser Zeit im Death-Metal eher Neuland.

Textlich hätte man Morbid Angel damals schon fast als Black-Metal Band bezeichnen können. Es geht über pure Religionsverachtung von Lovecrafts Necronimicon bis Aleister Crowley. Passagen wie „Ghouls attack the church, crush the holy priest“ (diese Zeilen stammen noch aus der Feder von Mike Browning –Nocturnus,Archeron-), lassen eigentlich sofort erkennen, wo der Ziegenbock den Honig hat.

Für mich war dieses Album damals ein „AHA-Erlebnis“, ein Gefühl, als hätte ich nun endlich die Möglichkeit, alle meine Lieblingsplatten gleichzeitig zu hören. Die Songs von „Altars of Madness“ treiben mir auch nach jetzt fast 18 Jahren immer noch die Nackenhaare in die Höhe. Das unvergleichliche Donnern von „Chapel of Gouls“, die Kompromisslosigkeit von „Suffocation“, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Die späteren Linupwechsel, Höhen und Tiefen, aber auch Kontroversen über einzelne Bandmitglieder seien in diesem Augenblick mal dahingestellt. „Altars of Madness“ gehört neben „Scream Bloody Gore“ von Death zu den Alben im Death-Metal, welche wirklich Musikgeschichte geschrieben haben, und darf natürlich in keiner guten Plattensammlung fehlen. Morbid Angel haben dem Death-Metal mit diesem Album eindeutig ihren Stempel aufgedrückt.

Für alle die dieses Album noch nicht kennen, oder es sich noch mal im neuen Soundgewand zulegen möchten, ist 2004 bei EARACHE ein Re-Release von „Altars of Madness“ erschienen. Da gibt’s dann alle Klassiker noch mal digital remastered und dazu noch eine DVD mit einem Mitschnitter von der legendären Grindcrusher-Tour mit Napalm Death von 1989.



Tracklist:
1.Immortal rites
2.Suffocation
3.Visions from the Dark Side
4.Maze of torment
5.Lord of all Fevers&Plague ( nur CD)
6.Chapel of Ghouls
7.Bleed for the Devil
8.Damnation
9.Blasphemy
10.Evil spells
(nur CD)
11.Maze of torment (Re-mix)
12.Chapel of ghouls (Re-mix)
13.Blasphemy (Re-mix)

Line-Up:
David Vincent - Gesang, Bass
Trey Azagthoth - Gitarre
Richard Brunelle - Gitarre
Pete Sandoval - Schlagzeug

DISCOGRAPHY:

1989 - Altars of Madness
1991 - Blessed are the Sick
1991 - Abominations of Desolation (Debüt von 1986)
1993 - Covenant
1995 - Domination
1996 - Entangled in Chaos (Live)
1998 - Formulas Fatal to the Flesh
1999 - Love of Lava (Best-of)
2000 - Gateways to Annihilation
2003 - Heretic

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