Squealer-Rocks.de CD-Review
Heathen - Victims Of Deception

Genre: Thrash Metal
Review vom: 05.07.2007
Redakteur: Colin
Veröffentlichung: 1991
Label:



Wir schreiben das Jahr 1987 und die blühende Thrash Metal Szene wird von dem Debüt Album der Bay Area Thrasher Heathen geradezu niedergewalzt. Melodischer als Metallica und genauso hart wie Testament waren die Kompositionen auf „Breaking the silence“. Die Zeichen standen auf Sturm für die Band. Wie so oft, kam es dann aber doch anders als erwartet…

…es dauerte ganze 4 Jahre bis die Fans wieder ein Lebenszeichen von Heathen erhielten. Zu spät kann man sagen. Die große Thrash Metal Welle war vorbei und zugedrogte depressive Weicheier wie der unsägliche Kurt Cobain dominierten die Rockszene. Traurig genug!

Mitten in diese musikalische Tristesse schmetterten Heathen ihr Zweitwerk „Victims of deception“. Ganz gleich welchen Song man herauspickt, Heathen bieten hier Thrash in Vollendung. Knallharte Gitarren, Stakkato Riffs, fesselnde Hooklines und ein Sänger, der sowohl Thrash-like aggressiv als auch melodisch singen kann. Die Thrashgemeinde frohlockte und sogar ottonormal Metaller fanden Gefallen an diesem genialen Werk der Bay Area Boys.

Nach einem längeren Spoken Word Intro geht’s mit „Hypnotized“ also gleich in die Vollen. Die Gitarren ballern mit ordentlich Wumms einige der fettesten und groovigsten Riffs aus den Boxen, die die Bay Area (und auch die restliche Thrash Welt) je zu hören bekommen hat. Auch die Gesangslinien bleiben sofort im Ohr hängen, da sie sehr melodisch über dem Thrash Inferno thronen. Abwechslungsreich und auch mit vertrackteren Rhythmen arrangiert werden die acht Minuten, die der Song dauert, niemals langweilig und man hat kaum Zeit mit dem Bangen aufzuhören!

Das gilt auch für das folgende, fast schon programmatische, „Opiate of the masses“. Ebenfalls ein genialer Song, der weniger schnell, aber ebenso brutal wie der Vorgänger ist. Vielleicht ein wenig grooviger und latent sperriger auf der musikalischen Ebene, bleibt der Track trotzdem, aufgrund der hervorragenden Gesanglinien von David White Godfrey und dem exzellenten Riffing des Gitarren Duos Doug Piercy und Lee Altus (über dessen Fähigkeiten man keine Worte verlieren muss) auch schön im Ohr kleben. Es gibt nicht viele Platten im harten Metal Bereich, die mit einem derart starken Eröffnungsduo gesegnet sind! Respekt…nach wie vor!

Man könnte nun zu der Annahme gelangen, dass nach einer so starken Albumseröffnung nun der Zenit schon erreicht wäre. Weit gefehlt! Mit dem dritten Track „Heathen´s song“ haben die Herren von Heathen einen der besten Metal Songs überhaupt abgeliefert (Kollege Ingo ließ sogar mal verlauten, dass die Heiden mit „Heathen´s song“ DEN Metal Song erschaffen haben…). Atmosphärische Akustikgitarren und eine wunderschöne Gesangmelodie eröffnen diesen absolut überirdischen Song, der in neuneinhalb Minuten alles bietet was der Metalfan so liebt: Härte, Melodie, treibende Rhythmen, schnelle Doublebass, exquisite Gitarrenarbeit und tolle Spannungsbögen. Dahingehend hat Ingo also Recht, besser geht’s nicht! Ein absolutes Genre Highlight!

Um nicht zu ausschweifend zu werden, sei noch gesagt, dass die übrigen Tracks den oben beschriebenen Songs in nichts nachstehen und „Prisoners of fate“ (wunderschöne Halbballade mit einem Hammerrefrain!) sogar in derselben Liga wie „Heathen´s song“ spielt. Mit „Kill the king“ (Rainbow) und „Hellbound“ (Tygers Of Pan Tang) befinden sich auch noch zwei genial umgesetzte Coversongs auf der Scheibe („Hellbound“ allerdings nur auf der limitierten Neuauflage), die sich perfekt ins Gesamtbild einfügen und nicht wie Lückenfüller erscheinen.

Fazit: Heathen haben 1991 das Album herausgebracht (ohne zu kopieren!), auf das Metallica Fans seit „…and justice for all“ noch immer warten! Dazu mal eben einen Genreklassiker aus dem Ärmel geschüttelt und das alles so relaxt auf Vinyl gebannt, dass man vor Freude heulen könnte (wenn man nicht gerade mit moshen beschäftigt wäre…). Wer die Scheibe nicht geil findet, hat ´n Dieter Bohlen Poster über dem Bett hängen! Basta! Thrash ´til death!



Tracklist:
1. Hypnotized
2. Opiate of the masses
3. Heathen´s song
4. Kill the king
5. Fear of the unknown
6. Prisoners of fate
7. Morbid curiosity
8. Guitarmony
9. Mercy is no virtue
10. Timeless cell of prophecy
11. Hellbound (Bonus track)


Line-up:
David White Godfrey – Vocals
Lee Altus – Guitars
Doug Piercy – Guitars
Darren minter – Drums

Guest:
Marc Biedermann - Bass

DISCOGRAPHY:

1986 - Pray For Death (Demo)
1987 - Set Me Free
1987 - Breaking the Silence
1989 - Victims of Deception
2004 - Recovered

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