Squealer-Rocks.de CD-Review
Despised Icon - The Ills Of Modern Man

Genre: Death Metal/Metalcore
Review vom: 15.06.2007
Redakteur: Edewolf
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Label: Century Media



Also da dies mein erstes Review ist setz' ich mich gerade mit einem Schwenker Black Label hin damit die Worte “fließen” und versuch' der Metalgemeinde das neuste Werk der sechs Kanadier von Despised Icon näher zu bringen. Nach ihrem letzen Album von 2005 „The Healing Process“ präsentieren Despised Icon nun ihren aktuellen Longplayer „The Ills Of Modern Man“.

Der Stil lässt sich meiner Meinung nach am einfachsten mit „Death-Grind meets Metalcore“ beschreiben. Da ich die Band bisher nicht kannte, lasse ich den ersten Song „In the Arms of Perdition“ erst mal etwas auf mich wirken und bin zunächst sehr angenehm überrascht.
Der Song beginnt mit einem erbarmungslosen Blastbeat, bei dem sich in bester Grindcoremanier die beiden Sänger Alexandre Erian und Steve Marois mit tiefen Growls und aggressivem Shouting abwechseln. Dann geht’s über in einen druckvollen Midtempopart und verliert sich anschließend etwas im Metalcore Riffing.

Das ist auch genau der Stilmix, welchem Despised Icon in voller Länge treu bleiben. Markige Grindcore/Deathmetal-Passagen, die immer wieder durch Breaks und Core-Passagen abgelöst werden. Des weiteren fallen mir besonders extrem schräge Riffs auf, welche mich wahrscheinlich aus Mangel an Vergleichen sofort an alte Voivodzeiten erinnern. Die Songs sind durchweg handwerklich erstklassig und bieten eine innovative Vereinigung verschiedener Stilrichtungen. Die Produktion ist für meinen Geschmack sehr druckvoll, aber klar genug damit auch kleinste Nuancen hörbar bleiben. Soweit wirklich gelungen.

Der zweite Song „Furtive Monolouge“ versetzt mich dann auch erst noch einmal in Verzückung. Aber als der Silberling dann so seine 15-20 Minuten auf dem Buckel hat, kommt es mir so vor, als würde ich seit 15 Minuten den gleichen Song hören. Mir persönlich(ok zugegeben alten Death-Metal -Traditionalisten) fehlt dann doch etwas die Abwechslung. Blastbeats werden durch die Metalcore-Breaks immer wieder auf Null herunter gebremst und es fällt den Jungs dann etwas schwer wieder Fahrt aufzunehmen. Oft wünsche ich mir sie würden den Song einfach mal „laufen lassen“. Im Laufe des Album gewinnen die Metalcoreanteile immer mehr Überhand und auch der überwiegende Teil des Gesangs erinnert dann auch immer weniger an Death-Metal. Außerdem fehlt mir bis auf „In Arms Of Perdition“ ein richtiger Hit, der im Ohr hängen bleibt. Irgendwie plätschert die Scheibe so dahin und wird zum Ende richtig anstrengend.

Ich möchte der Band nicht unrecht tun da es sich hier wirklich um talentierte, professionelle Musiker handelt, welche mal „was Neues“ machen. Allerdings fällt mir der Zugang doch sichtlich schwer. Da sich an Metalcore ja bekanntlich die Geister scheiden, ich erinnere mich an Diskussionen in diversen Foren; „gehört Band X neben Band Y auf Festival Z und ist das noch Metal??“, sehe ich Despised Icon da eher zwischen den Welten. Ich denke sie werden auf beiden „Seiten“ ihre Hörerschaft finden. Wer dem jeweils anderen Genre nicht abgeneigt ist sollte zugreifen und sich einfach mal ein paar Songs geben. Leute die Autopsy für Kuschelmusik halten und Suffocation zur Entspannung genießen und eben nicht auf zu starke Stilmischungen stehen, werden sich mit der Musik der sechs Kanadier wahrscheinlich nicht anfreunden können.
Soooo und jetz hoff ich mal, dass ich euch weitergeholfen hab und schönen Gruss an die Gemeinde!!

Tracklist:
1. In The Arms Of Perdition
2. Furtive Monologue
3. Quarantine
4. The Ills Of Modern Man
5. A Fractured Hand
6. Sheltered Reminiscence
7. Nameless
8. Tears Of The Blameless
9. Oval Shaped Incisions
10. Fainted Blue Ornaments

Line-Up:
Eric Jarrin - Gitarre
Alexandre Erian - Gesang
Alexandre Pelletier - Drums
Sebastien Piche - Bass
Steve Marois - Gesang
Al Glassman - Gitarre

DISCOGRAPHY:

2005 - The Healing Process
2007 - The Ills Of Modern Man

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