Squealer-Rocks.de CD-Review
Devin Townsend - Ziltoid The Omniscient

Genre: Psychedelic Progressive Metal
Review vom: 17.05.2007
Redakteur: Jack
Veröffentlichung: 18.05.2007
Label: Inside Out



Wo der Name Devin Townsend im Band Line-Up auftaucht, sind die ungewöhnlichsten Prog-Alben vorprogrammiert. Nach seinem endgültigen Ausstieg bei seiner einstigen Stammcombo Strapping Young Lad und dem zur Zweitrangigkeit Verdonnern der The Devin Townsend Band, mit der er im letzten Jahr eine sehr kontroverse, weil stilistisch weit gefächerte, Scheibe, namentlich SYNCHESTRA, unters Volk brachte, löst sich der Kanadier im Jahr 2007 nun vollständig von allen Bandgefügen und liefert mit ZILTOID THE OMNISCIENT eine Platte ab, die er komplett in Eigenregie geschrieben, aufgenommen und produziert hat.

Thematisch beschäftigt sich dieses Konzeptwerk ZILTOID THE OMNISCIENT (zu deutsch: „Ziltoid der Allwissende“), von dem noch mehrere Teile geplant sind, mit jener von Devin geschaffenen puppenartigen „Kreatur“ Ziltoid und der von ihr ausgehenden Sehnsüchte und Wünsche. Beschrieben wird sie als ein Außerirdischer, der die Macht besitzt, die Erde zu zerstören. Um sich dieses Wesen auch visuell vorstellen zu können, wurde Devin „the crazy musician“ von den so genannten „Skeksen“ aus seinem Lieblingsfilm „Der dunkle Kristall“, Grobi aus der „Sesamstraße“ und seinem eigenen Äußeren inspiriert.

So wirr sich das Einflussgebiet zur Gestaltung dieser Figur anhört, so gnadenlos schlägt sich das Ganze – gepaart mit Konfusion und Irritation – auch auf die Musik des Albums nieder. Das Wort „progressiv“ darf man bei Townsend nicht einfach als intelligent arrangiertes Gefrikel auffassen, sondern als Fortschritt (also Progression) im wahrsten Sinne des virtuosen Wortes. Die Songs bewegen sich allesamt irgendwo zwischen altem Art-Geprogge der Marke Pink Floyd, Eloy und The Who, Anathema, der Devin Townsend Band, Strapping Young Lad und Henning Pauly’s Frameshift. Also nur das Progressivste unter dem Progressiven!

Aufgrund der meist nur sehr schwer nachvollziehbaren Stilbrüche, Arrangements und Songstrukturen, die sich selbst bei einem Genre-Eingeweihten nicht nach zig Durchläufen erschließen, entsteht in der Folgezeit kein Fluss. Als Hörer ist man lediglich (wenn überhaupt), ob der sich auf Songlängen von bis zu zehn Minuten ausbreitenden Fülle der verschiedenen Elemente, überwältigt. Die vielen Erzählungen, mit denen einem die Story des Albums nähergebracht werden soll, verstärken zusätzlich dieses Empfinden.

Im Einzelnen sieht das dann in etwa so aus: melancholisch-depressiver Dark Rock Einstieg, weinerliche Gesänge, Break, Double-Bass, wütendes Growling, Break, gitarrentechnisches Gefrikel und andere Fummeleien, Break, eine Art Chorus, Break... Break... Break... Outro... nächster Song...

Fazit: ZILTOID THE OMNISCIENT kann man nur denjenigen ans Herz legen, die meinen, sie seien der Herausforderung gewachsen, sich mehrere Monate mit ein und derselben CD zu beschäftigen.
Mir ist das dann doch eine Nummer zu „progressiv“...

Tracklist:
1. ZTO
2. By Your Command
3. Ziltoidia Attaxx!!!
4. Solar Winds
5. Hyperdrive
6. N9
7. Planet Smasher
8. Omnisdimensional Creator
9. Color Your World
10. The Greys
11. Tall Latte

Anspieltipps: das Gesamtwerk nach dem 100. Durchlauf... vielleicht

DISCOGRAPHY:

1997 - Ocean Machine – Biomech
1998 - Infinity
2000 - Physicist
2001 - Terria
2003 - Accelerated Evolution
2006 - Synchestra
2007 - Ziltoid The Omniscient

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Devin Townsend - Ziltoid The Omniscient (CD-Review)

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