Squealer-Rocks.de Live-Review
The Poodles und Crystal Ball (22.03.2014, Oberhausen, Helvete, maddin)

Wie fühlt es sich wohl für eine Band an, die in ihrer schwedischen Heimat zu den absoluten Superstars zählt, in Arenen auftritt und dann in Oberhausen auf einer Bühne spielt, die die Maße einer Telefonzelle nur knapp übersteigt und die Zuschauerzahl statt 15000 nur 150 beträgt?
Offensichtlich ziemlich gut – zumindest machten The Poodles gestern Abend diesen Eindruck.
Doch der Reihe nach:

Um 19.30 Uhr rockten Markk 13 amtlich los und konnten im noch spärlich gefüllten Saal mehr als Höflichkeitsapplaus einheimsen. Ihr dreckiger Rotz – Rock der Marke Motorjesus wirkte authentisch und die Truppe extrem spielfreudig.
Die Jungs sollte man auf dem Zettel haben beim nächsten CD Kauf.
Die nächste Band, Kirk, ist Eurem treuen Rezensenten aufgrund dringender Verpflichtungen am Bierstand leider entgangen.

Besser wäre es wohl gewesen, ich hätte mir die Biere bei Crystal Ball in den Schädel gekippt.
Mein Gott, was waren die Schweizer mal für eine geile Truppe, als Mark Sweeney noch am Gesang war.
Mittlerweile bewegt man sich konstant im Durschschnitt und zelebriert die Langeweile.

Damit war gottlob um kurz nach halb elf Schluss, als The Poodles die „mächtige“ Stage stürmten.
„Misery loves Company“, gefolgt von „Metal will stand tall“ donnerten in einem überraschend guten Sound durch den kleinen Keller.
Und es war sofort klar: Die Superstars aus Schweden sind echte Profis und legten keine Spur von Arroganz an den Tag.
Besonders Sänger Jakob entpuppte sich als echter Sympathie – Bolzen, lieferte eine höchst professionelle Show ab und war gesanglich besser als auf Platte.

Es tat einfach gut zu sehen, dass diese Band auch in einem kleinen Club funktioniert.
Die Chöre bei Hymnen wie „Shut up!“ waren auch ohne Einspielungen vom Band richtig mächtig und bei der Gänsehaut – Ballade „Leaving the Past to pass“ hat mindestens jeder zweite im kleinen Saal vor Glück geheult.

Gut 90 Minuten boten The Poodles Entertainment und Hardrock auf höchstem Niveau, lediglich das Fehlen der schwedischen Hymne für das nationale Eishockey Team, „En för alla..““, sorgte zumindest beim Schreiber fur Unmut.
Enttäuscht war aber trotzdem niemand....

Setlist:

Misery Loves Company
Metal Will Stand Tall
Cuts Like a Knife
Shut Up!
Shadows
Line of Fire
Crying
Instrumental
Caroline
Kings & Fools
Like No Tomorrow
Seven Seas
Encore:
40 Days
Night of Passion